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Neuss
Politik schmettert Sparvorschläge zur Musikschule ab

Neuss. Die Stadtratsfraktion UWG/BIG ist im Schulausschuss mit einem Antrag gescheitert, bei der Musikschule durch zusätzlichen Einsatz von Honorarkräften bei gleichzeitigem Abbau von festangestelltem Personal zu sparen.

Auch sollte eine interkommunale Zusammenarbeit mit dem Rhein-Kreis und den Neusser Nachbarkommunen geprüft werden. Das jährliche dauerhafte Defizit von rund zwei Millionen Euro für den Musikschulbetrieb sei nicht weiter hinnehmbar, betonte Deniz Davarci (BIG) am Mittwoch im Ausschuss. Im Laufe der Diskussion modifizierte er den Antrag dahingehend, die Verwaltung möge prüfen, wie die Musikschule eine schwarze Null schreiben könne.

Quer durch die Fraktionen ernteten UWG/BIG deutliche Kritik am Vorschlag. Stephanie Wellens (CDU) lobte die Arbeit der Musikschule. "Wir sollten ihr alles geben, was wir können, und die Festangestellten auf keinen Fall durch Honorarkräfte ersetzen." Beigeordnete Christiane Zangs betonte: "Wir investieren hier zwei Millionen Euro in die musikalische Bildung der Neusser Kinder." Im Gegensatz zu privaten Musikschulen gebe es dabei auch Beitragsfreiheit und finanzielle Erleichterungen, um alle Familien zu erreichen. Eine städtische Musikschule sei daher immer ein Zuschussgeschäft, man könne sie nicht wie einen Wirtschaftsbetrieb bewerten. "Wir müssen das als gesamtstädtischen Bildungsauftrag sehen", stellte Zangs klar. Allein mit Honorarkräften lasse sich das umfassende Angebot der Musikschule nicht aufrechterhalten. Wenn man auf eine schwarze Null kommen wolle, "mache man den Laden im Grunde zu."

(abu)
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