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Neuss
Politik zerstritten über Zukunft des Hammfeld II - Krieger prescht vor

Neuss. Die Krieger Bau GmbH des Berliner Möbelhaus-Investors Kurt Krieger ist mit einem Antrag zur Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens für den Möbel-Discounter Sconto vorgeprescht. Damit hat sie aus Sicht der Stadt die vertraglich vereinbarte Linie verlassen, die Restflächen im Gewerbegebiet Hammfeld II gemeinsam und "am Stück" zu entwickeln. "Salamitaktik" nennt Bürgermeister Breuer diesen Versuch.

Der soll offensichtlich Tempo in das Thema Hammfeld bringen und macht die Verhandlungsposition der Beiratsmitglieder, die sich heute mit Krieger erstmals zu gemeinsamen Gesprächen zusammensetzen, nicht einfacher. Denn die Neusser Politiker in diesem Gremium sind sich uneins und konnten sich im Planungsausschuss auch nach einstündiger Debatte hinter verschlossenen Türen auf keine gemeinsame Linie verständigen. Die Vertagung in die Ratssitzung am kommenden Freitag hätten zumindest Teile der Politik gerne mit einer Absage des heutigen Treffens verbunden. "Der vernascht uns doch, wenn wir so schlecht vorbereitet da reingehen", fürchtet Carsten Thiel (UWG).

Auch die Grünen wollten Krieger heute Nachmittag lieber nicht treffen. Sie fühlten sich von dem Vortrag der Verwaltung überrascht, deren Rechtsamtsleiter die beiden mit Krieger schon verhandelten Verträge darstellte und daraus Optionen ableitete. Je nachdem, welcher Beschluss gefasst wird, wäre unter Umständen der erste Vertrag "nicht mehr ableistbar". Mit diesem Vertrag, der zum Bau des Höffner-Möbelhauses geschlossen wurde, wird Krieger bis Ende 2018 verpflichtet, die Restfläche im Hammfeld II zu einem Preis von 150 Euro je Quadratmeter zu kaufen - und mit der Stadt zu entwickeln. Problem dabei: Der Koalitionsvertrag von CDU und Grünen schließt Einzelhandel aus, den Krieger (auch) im Auge hat.

Breuer sieht die Grünen in dieser Frage im Rat inzwischen isoliert. Er tendiere dazu, Krieger zum Handschlag, also zum Kauf der Gesamtfläche für 15 Millionen Euro aufzufordern. "Den Sconto-Markt isoliert zu bauen, kommt überhaupt nicht infrage", sagt er. SPD und FDP würden das unterstützen. Sie haben auch keine Angst vor dem Termin heute, denn aus Sicht von Manfred Bodewig (FDP) gibt es eine klare Neusser Linie: Die im Beirat mit Mehrheit beschlossene Variante, die derzeit neben dem Sconto einen Fahrradgroßhändler vorsieht.

(-nau)
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