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Neuss
Polizei sucht Further Serien-Brandstifter

Neuss: Polizei sucht Further Serien-Brandstifter
13. Oktober: In einer Tiefgarage an der Kaarster Straße wird ein Kleinwagen durch Feuer zerstört. FOTO: Patrick Schüller
Neuss. Sieben Brände innerhalb von vier Wochen. Ermittler vermuten einen Zusammenhang. Polizei will präsenter sein. Von Christoph Kleinau

Innerhalb von nicht einmal vier Wochen brannten auf der Furth sechs Autos und ein Motorrad. Die Polizei glaubt an keinen Zufall mehr. Denn es brannte immer nachts, zudem liegen die Tatorte in dem engen Raum zwischen Daimlerstraße im Norden, Kaarster Straße im Westen und Römerstraße im Osten. Und weil bei den Ermittlungen in all diesen Fällen bisher kein Hinweis auf einen technischen Defekt gefunden wurde, wie Polizeisprecherin Daniela Dässel auf Nachfrage erklärt, hält die Polizei Brandstiftung für wahrscheinlich. Das gilt auch für die jüngsten Fälle, die Polizei und Feuerwehr in der Nacht zum Mittwoch forderten.

Auf eine Serie deutet aber auch die Häufung der Taten in den letzten Wochen hin. Denn insgesamt, so Dässel, gab es in diesem Jahr erst zwei weitere Fälle mit brennenden Autos. Der erste Fall wurde im Juni in Holzheim aktenkundig, der zweite im August an der Gladbacher Straße. In dieser Zahl sind nicht die Fälle erfasst, die auf einen technischen Defekt oder einen Brand infolge eines Unfalles zurückzuführen sind. Diese schließt allerdings die Feuerwehrstatistik ein. Dort liegt die Zahl der Einsätze zum Stichwort "Brand Kfz" aktuell bei 36 - und damit nach Darstellung von Stadtbrandmeister Joachim Elblinger auf dem höchsten Stand seit 2012.

7. November: In einer zweiten Tiefgarage an der Kaarster Straße brennt ein Motorrad aus. FOTO: Patrick Schüller

Die Arbeit der Polizei läuft auf Hochtouren. Federführend ist das Kriminalkommissariat 11, wo die Brandermittlungsexperten zusammengefasst sind. Sie bitten um sachdienliche Hinweise und sind unter 02131 3000 zu erreichen.

"Die Polizei bezieht den Neusser Norden verstärkt in ihre Streifentätigkeit ein, um dem oder den möglichen Tätern auf die Spur zu kommen", berichtet Dässel über eigene Anstrengungen der Polizei.

Die Wehr rückte bereits zu sieben Further Brandorten aus. FOTO: P. Schüller

Als Ausgangspunkt der "Serie" sehen die Ermittler den Brand in einer Tiefgarage an der Kaarster Straße an, wo in der Nacht zum 13. Oktober ein Kleinwagen in Flammen stand. Unter beinahe der gleichen Adresse - in eine benachbarte Tiefgarage - wurde die Feuerwehr vorgestern Abend gerufen. Zeugen hatten Rauch gesehen, der aus der Garageneinfahrt quoll und die Polizei alarmiert. Drinnen brannte ein Motorrad, weitere Autos wurden von Rauch und Hitzeeinwirkung in Mitleidenschaft gezogen. Es war nicht der letzte Einsatz in dieser Nacht, denn gegen 2 Uhr am Mittwochmorgen brannte an der Furtherhofstraße ein VW Golf aus. Auch dort wurde ein zweites Auto durch Hitzeeinwirkung beschädigt.

Schon einmal hatte die Polizei zwei brennende Fahrzeuge innerhalb weniger Stunden zu untersuchen, und zwar in der Nacht auf den 24. Oktober. Da vernahm nach Mitternacht ein Anwohner der Straße "Am Kotthauser Weg" einen lauten Knall. Beim Blick aus dem Fenster sah er einen brennenden Opel Zafira. Ein daneben geparkter VW Sharan wurde ebenfalls beschädigt. Nur etwas mehr als eine Stunde später wurde die Feuerwehr zur Römerstraße gerufen, wo ein Ford Focus komplett ausbrannte. Auch Autobrände an Daimlerstraße (2. November) und "Am Katzenberg" (16. Oktober) bringt die Polizei mit dieser "Serie" in Zusammenhang.

Quelle: NGZ