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Neuss
Privatleute vermieten an Messe-Gäste

Neuss: Privatleute vermieten an Messe-Gäste
Matthias Arendt und seine Frau Stefanie (hier mit Tochter Nele) beherbergen Besucher der Fachmesse Drupa. Ihre drei Wohnungen am Rheinparkcenter, auf der Furth und in Kaarst vermieten sie für 200 Euro pro Nacht. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Private Gastgeber bieten Besuchern der heute in Düsseldorf startenden weltgrößten Messe der Druck- und Papierindustrie eine Unterkunft. Die meisten Zimmer sind bereits Monate zuvor ausgebucht. Von Julia Rommelfanger

Matthias Arendt ist in diesen Tagen sehr beschäftigt, denn wie zahlreiche andere Neusser beherbergt der 45-Jährige gemeinsam mit seiner Frau Stefanie Besucher der heute startenden internationalen Fachmesse Drupa (Abkürzung für Druck und Papier), die bis 10. Juni in Düsseldorf stattfindet. Seine drei 40 bis 55 Quadratmeter großen Wohnungen am Rheinparkcenter, auf der Furth und in Kaarst, die er zur Drupa für jeweils drei bis vier Personen für rund 200 Euro die Nacht vermietet, sind seit Monaten ausgebucht. Die Gäste kommen aus der Ukraine, aus Frankreich, Ungarn und Spanien. "Dieser Betrieb ist für mich zu Messezeiten normal", erzählt Arendt, der mit seiner Familie in Allerheiligen wohnt. Zur Drupa haben dann etwa Monteure, die meist sehr kurzfristig nach einem Zimmer fragen, das Nachsehen, erzählt er. Denn bis zum Messeende sind sowohl in Düsseldorf als auch in Neuss kaum noch bezahlbare Unterkünfte ausfindig zu machen.

Bei der Suche nach Quartieren hilft Neuss Marketing. Auf deren Internetportal sind rund 40 Pensionen und Privatzimmer gelistet. Insgesamt vermittelt die Tourist Information Zimmer von rund 120 privaten Gastgebern in Neuss. Für eine Vermittlung zahlt der Anbieter zehn Prozent des Zimmerpreises. "Zur Drupa haben wir zahlreiche Anfragen erhalten", sagt Anke Nöhring von der Tourist Information. Sind die Quartiere in Düsseldorf bereits belegt oder die noch vorhandenen unerschwinglich, weichen Messebesucher gerne nach Neuss aus. "Vielen sind die Einzelzimmerpreise der Hotels von 150 bis 180 Euro zu teuer - daher übernachten sie gerne in Ferienwohnungen oder Privatzimmern", erklärt Nöhring. Andere haben nach dem Messetrubel abends gerne ihre Ruhe: "Meine Gäste wollen gerade nicht in Düsseldorf wohnen", sagt Sabine Bachmeier, die ihr schickes 120-Quadratmeter-Studio mit drei Zimmern in der Innenstadt an ein deutsches Messeteam vermietet, für 300 Euro die Nacht. "Bei mir können alle unter einem Dach schlafen und abends in der Küche noch etwas zusammen trinken." Sabine Bachmeier hat schon Messeteams aus aller Welt beherbergt; ihre Erfahrungen waren durchweg positiv. "Die Besucher sind dankbar für persönliche Tipps, etwa zu Restaurants, und laden mich häufig in ihre Heimat ein", erzählt sie.

Preiswerter nächtigen Drupa-Besucher bei Inge und Heinz Langlitz auf der Furth. Für 25 Euro die Nacht, plus fünf Euro fürs Frühstück. "Zur Drupa kommt eine Familie aus Guatemala, die schon im August 2015 bei mir gebucht hat", verrät Heinz Langlitz. Bei der Kommunikation auf Englisch und Spanisch hilft sein 18-jähriger Enkelsohn Janick, der die Gäste am 4. Juni auch vom Düsseldorfer Flughafen abholt. "Der Kontakt mit den Besuchern macht Spaß - wir haben aber auch schon schlechte Erfahrungen gemacht", erzählt Langlitz, der seine Wohnung seit 14 Jahren vermietet. Einmal habe ein Gast, der kurzfristig gebucht habe, seinen Koffer in der Wohnung stehen lassen und sei ohne zu bezahlen abgereist - ein professioneller Zechpreller, wie sich herausstellte. Teilweise seien die Ansprüche seiner Gäste hoch und die Wünsche ausgefallen, erzählt Matthias Arendt: "Ein Gast aus dem Oman hat nach einer Klimaanlage gefragt - die hatte ich leider nicht." Alles andere - inklusive Internet und komplett ausgestatte Küchen - sei aber in seinen Wohnungen vorhanden.

Quelle: NGZ
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