| 20.05 Uhr

Neuss
Programm zum Festival

Neuss. Wenig Worte

Schon der Name der Company zeigt, wo es hingeht: "500 Clown Chicago" nennt sich die Truppe, die nur aus einem Trio besteht und eine der blutigsten Tragödien als Clownstheater präsentiert. Ihr "Macbeth" kommt mit wenigen Worten aus und dient vor allem als Vehikel für eine Spielweise, die "den Begriff Clownstheater neu definiert", wie Rainer Wiertz sagt. Im Kampf um Krone und Titelrolle wird nicht nur Shakespeare Klassiker eliminiert – die Darsteller machen sich selbst überflüssig (21. Juli, 20 Uhr).

Hocker-Spiel

Bea von Malchus spielt sie alle – den König, das Kind, den Kardinal, den Schoßhund, die traurige Anne Boleyn. "Heinrich VIII. Solo" heißt die Bearbeitung des bekannten Königsdramas und ist in jeder Hinsicht ein Solostück der Freiburgerin, denn die Schauspielerin ist auch ihre eigene Regisseurin. In rund 120 Minuten spielt sie die Geschichte des englischen Königs, ohne sich dabei groß von der Stelle zu rühren. Ein Hocker und ein überaus wandlungsfähiges Kleid reichen ihr, um in alle Rollen zu schlüpfen (2. und 3. August, 20 Uhr)

Prosperos Pizza

Nicht nur der Vater, sondern auch die Tochter steuert eine Inszenierung bei: Irina Brooks Compagnie aus Paris zeigt eine skurrile Fassung von "Der Sturm", bei dem die aus vielen Nationen stammenden Darsteller den Akzent ihres Heimatlandes wahren. Hauptdarsteller ist und bleibt Prospero, der allerdings zum besten Pizzabäcker Italiens mutiert. Nach Brooks Inszenierungen "Juliette et Roméo" mit Rap-Musik und dem "Sommernachtstraum" steht wieder eine aberwitzige Produktion zu erwarten (6. August, 20 Uhr).

Mit Drehbühne

Für das Theater einer ungarischen Enklave in der Ukraine hat Regisseur Attila Vidyázky das Stück "Ahogy Tetszik" (Wie es euch gefällt) eingerichtet und ist damit bei den Partnern des European Shakespeare Festival Network zu Gast – also auch in Neuss. Die ungarische Aufführung (mit deutschen Untertiteln) konzentriert das Geschehen auf eine kleine Drehbühne, die alle Spielorte imaginiert. Das Stück hat in Neuss seine Deutschlandpremiere und gehört zum Programm des NRW-Programms "Scene Ungarn" (10. und 11. August, 20 Uhr)

Quelle: NGZ
 
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