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Neuss
Protest gegen EU-Flüchtlinspolitik

Neuss. Jahrestagung von Amnesty International mit Demonstration auf dem Freithof. Von Jascha Huschauer

Vor dem Zeughaus und damit mitten in der Stadt steht ein Grenzzaun. Hunderte Menschen stehen an diesem Samstag dahinter. Sie rütteln daran, demonstrieren gegen ihn, mit Megafon und gelben Schildern. Auf dem größten Banner steht: "Flüchtlinge schützen. Rassismus stoppen."

Aufgebaut hat den Zaun Amnesty International. Die Menschenrechtsorganisation will damit auf die "Abschottungspolitik", wie sie es nennt, der Europäischen Union aufmerksam machen. "Jeder Mensch hat das Recht, Asyl zu suchen", fasst Pressesprecherin Sara Fremberg die Forderung der Menschenrechtler zusammen.

Die deutsche Sektion von Amnesty International hat sich am Wochenende im Neusser Dorint Hotel zur Jahresversammlung getroffen. Rund 500 Mitglieder aus ganz Deutschland sind gekommen, um die inhaltliche und strukturelle Entwicklung der deutschen Sektion von Amnesty International für das kommende Jahr mitzubestimmen. Der inhaltliche Schwerpunkt in diesem Jahr ergibt sich fast aus der Tagespolitik: Flucht und Asyl.

Amnesty International hat nach eigenen Angaben mehr als 130.000 Mitglieder und Unterstützer in Deutschland. Sie organisieren sich in mehr als 600 Gruppen. Eine davon ist die Ortsgruppe Neuss-Grevenbroich um Sprecherin Gisela Roth-Demirbilek. Die 56-jährige Ehrenamtlerin war stark in die Organisation der Jahresversammlung eingebunden. "Wir haben uns in einem Team seit mehreren Monaten um alles gekümmert", berichtet sie. Etliche Privatquartiere und drei Turnhallen wurden als Unterkünfte besorgt. "Die meiste Arbeit wurde natürlich von den hauptamtlichen Mitarbeitern in Berlin gemacht", sagt Roth-Demirbilek. Am Wochenende sitzt sie dann am Empfang, kümmert sich um die Anmeldungen, verteilt Stimmkarten. "Es hat sich total schön angefühlt, als es Freitagabend los ging. Viele Leute kennt man ja schon und trifft sie hier wieder. Ich hoffe, es fühlen sich alle wohl bei uns."

Quelle: NGZ
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