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Korruption in Neuss
Prozess-Panne: Schöffe erhielt keine Ladung

Prozess-Panne: Schöffe erhielt keine Ladung
Ein Mitarbeiter eines Elektrounternehmens soll mehrere Angestellte des Neusser Gebäudemanagements bestochen haben, um fingierte Rechnungen abrechnen zu können FOTO: Woitschützke, Andreas
Neuss. Der zweite Prozess im Korruptionsfall beim Neusser Gebäudemanagement hat am Mittwoch mit Verspätung begonnen. Grund: Ein Schöffe hatte keine Ladung erhalten, Er wurde nun am Vormittag telefonisch informiert. In dem Prozess ist ein 67-Jähriger wegen Bestechung Beihilfe zur Untreue angeklagt.

Der Prozess im Neusser Amtsgericht war ursprünglich für 10 Uhr terminiert. Nun ging es eine halbe Stunde später los.

Mit dem Prozess geht am Mittwoch die juristische Aufarbeitung der Korruptionsfälle im Neusser Gebäudemanagement weiter. Nachdem im August schon ein Schuldspruch gegen einen 61-jährigen ehemaligen städtischen Bauleiter erwirkt wurde, steht nun ein 67-jähriger Neusser vor Gericht.

Dem Mann wird vorgeworfen, als führender Mitarbeiter eines Elektronikunternehmens in den Jahren 2007 bis 2010 in zahlreichen Fällen Mitarbeiter des Gebäudemanagements mit Zuwendungen bestochen zu haben, um von der Stadt Aufträge für die Elektrofirma zu erhalten, bei der er angestellt war. Bei den Zuwendungen handelte es sich laut Anklage überwiegend um Gegenstände – vom Lockenwickler bis zum Fernseher –, die über Scheinrechnungen für nicht erbrachte Leistungen gegenfinanziert wurden. Unterzeichner und Zahlungsanweiser waren jeweils die bestochenen Mitarbeiter. In diesem Zusammenhang wird dem 67-Jährigen auch Beihilfe zur Untreue vorgeworfen, teilt das Amtsgericht mit.

Weitere Informationen zum ersten Prozess im Korruptionsfall beim Neusser Gebäudemanagement finden Sie hier.

(angr/url)
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