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Neuss
Psychiatrie erweitert um 30 Betten

Neuss. Augustinus-Kliniken können nicht mehr alle Patienten stationär aufnehmen. Von Christoph Kleinau

Psychische Erkrankungen nehmen weiter zu. Thilo Spychalski nennt das eine bedenkliche Entwicklung in der Gesellschaft, der er sich als Geschäftsführer der Neusser St.-Augustinus-Kliniken gleichwohl stellen muss. Das heißt: Das St.-Alexius/St.-Josef-Krankenhauses, das Zentrum für seelische Gesundheit im Rhein-Kreis, muss schon vier Jahre nach seiner Eröffnung ausgebaut werden. Dabei wird die Zahl der vollstationären Betten von 323 auf 353 aufgestockt.

Den Ausbau seines psychiatrischen Fachkrankenhauses plant der katholische Krankenhausträger nicht nur mit Billigung des Landesgesundheitsministeriums, sondern auf dessen ausdrücklichen Wunsch. "Dass die Kapazitäten vergrößert werden müssen, erkennen auch die Krankenkassen an", betont Spychalski. Mit ihnen haben die Augustinus-Kliniken den Umfang der Erweiterung diskutiert und daraus einen Antrag ans Land gemacht, der nun - inzwischen mit Rechtskraft - Teil der Krankenhausbedarfsplanung ist.

Die Dynamik bei den psychischen Erkrankungen wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, das bei den ersten Plänen für den Krankenhausneubau noch darüber nachgedacht wurde, die Gesamtbettenzahl der fusionierten Krankenhäuser St. Josef und St. Alexius auf 200 zu reduzieren. Inzwischen reichen auch die letztendlich gebauten vier Bettenhäuser mit ihren 323 Betten schon nicht mehr aus. "Wöchentlich müssen wir 20 bis 30 Patienten, die wir eigentlich stationär aufnehmen müssten, in eine der vorgelagerten Tageskliniken und Ambulanzen schicken", sagt Spychalski. An sechs Standorten im Kreisgebiet betreibt der Träger solche Einrichtungen, und auch die sind aktuell zu bis zu 120 Prozent ausgelastet.

Untergebracht werden die zusätzlichen Betten in einem fünften Bettenhaus, das an der Augustinusstraße entstehen soll. Grund und Boden für diesen Neubau sind schon im Besitz des Krankenhauses, sagt Spychalski, allerdings wird der Neubau aufgrund des Grundstückzuschnittes etwas kleiner ausfallen als die vier bestehenden Bettenhäuser.

Mit welchen therapeutischen Schwerpunkten die zusätzlichen Bettenkapazitäten angeboten werden, ist noch nicht abschließend geklärt. Aber es ist ja noch etwas Zeit. Baubeginn wird voraussichtlich erst 2018 sein.

Quelle: NGZ
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