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Interview Jean Pütz
"Pützmunter-Show" zum Kita-Geburtstag

Neuss. Der Kult-Moderator will die Gäste beim Fest der Kita "Robbu" am Samstag mit Experimenten in Staunen versetzen.

Kaarst Unter dem Motto "Unsere Welt soll bunter werden" feiert die Kita "Robbu" am Robert-Bunsen-Weg am Samstag ab 14.30 Uhr ihr 40-jähriges Bestehen. Ein Höhepunkt des Festes ist die "Pützmunter-Junior-Show" mit WDR-Moderator Jean Pütz. Unsere Redaktion sprach vorab mit dem 79-Jährigen.

Wie vermitteln Sie jüngeren Kindern naturwissenschaftliches Wissen?

Jean Pütz Übers Staunen. Bis zum Alter um die zehn Jahre funktioniert die Wissensvermittlung am besten über das Verblüffen. Ich bin der Zauberer. Und wenn ich den Kindern erzähle, dass ich Herrn Rochen in "Findet Nemo" oder die Wackelkopf-Einsteins in "Nachts im Museum" synchronisiert habe, habe ich sie endgültig gepackt.

Wer hat bei Ihnen das Interesse an der Wissenschaft geweckt?

Pütz Was blieb mir anderes übrig? Ich bin "Vorkriegsware". In meiner Jugend hatten wir weder Radio noch Fernsehen. Ehrlich gesagt, hatte ich als Jugendlicher auf gar nichts Lust, am wenigsten auf die Schule. Im Internat in Luxemburg hatte ich viel Langeweile - aber unbändiges Interesse an Technik. Da habe ich mir etwas Geld verdient, indem ich für meine Schulkameraden Radioantennen gebastelt habe, die wir an die Dachrinne angeschlossen haben. Erst nach meiner Lehre als Elektromechaniker hatte ich Lust aufs Lernen und habe dann quasi auf dem "dritten" Bildungsweg nach der Ingenieurschule noch das Abitur gemacht und Physik und Mathematik auf Lehramt studiert.

Seit wann tragen Sie Ihren Bart, der so etwas wie Ihr Markenzeichen ist?

Pütz Seit der Herr mir einen hat wachsen lassen, also etwa seit meinem 20. Lebensjahr. Da habe ich mir bei einer Radtour zuerst einen Vollbart wachsen lassen. Als Gott die Haare verteilt hat, habe ich wohl etwas zu laut "hier" gerufen. Den Bart habe ich nur einmal abgenommen, während des Ingenieurstudiums. Ich weiß, dass sich die Geister an dem Bart scheiden, und bin auch ausgelacht worden. Aber ich kann jungen Leuten nur empfehlen, irgendetwas zu tun, wofür sie nicht Applaus bekommen, und nicht nur nach Zustimmung zu heischen.

Mit der "Pützmunter-Show" sind Sie seit 2007 quer durch Europa unterwegs - wie kam es dazu?

Pütz Das war ein Ersatz. Ich habe beim WDR-Fernsehen drei Jahre über den Eintritt ins Rentenalter hinaus gearbeitet. Das war die Pflicht. Heute mache ich nur noch die Kür. Junge Leute zu motivieren, ist das Wichtigste überhaupt. Darum habe ich damals auch die "Hobbythek" begonnen: um Leuten, die meinten, sie wären für irgendetwas zu dumm, das Gegenteil zu beweisen.

Worauf können sich die Kinder der Kita Robert-Bunsen-Weg freuen?

Pütz Wir bewegen uns in den Weltraum und lassen eine Rakete starten, für deren Antrieb die Kinder selbst sorgen. Außerdem werden wir beobachten, wie sich ein Schokokuss im Weltraum verhält. Wir werden kaltes Licht erzeugen wie die Glühwürmchen. Natürlich "zaubere" ich auch. Und wir werden sehen: Wer Physik beherrscht, kann sich das Leben leichter machen.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE SUSANNE NIEMÖHLMANN.

Quelle: NGZ
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