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Neuss
Puppendoktor vor der Kamera

Neuss. Marcel Offermann gehört zum Expertenteam der Reihe "Kaputt und zugenäht". Von Sandra Grünwald

Was könnte für ein Sendeformat mit dem Titel "Kaputt und zugenäht" besser passen als eine ausgediente Industriehalle? So fand das ZDF-Team dieser neuen Sendereihe in einer alten Schleiferei der Solinger Zwillingswerke einen Raum mit geeigneter Atmosphäre. Experte vor laufender Kamera: Marcel Offermann, "Puppendoktor" mit Werkstatt am Marienkirchplatz.

Auf den 45-jährigen Neusser mit dem ungewöhnlichen Beruf waren die Macher der neuen ZDF-Sendeformates "Kaputt und zugenäht" aufmerksam geworden, als er in der Ratesendung "Immer wieder sonntags" der ARD auftrat. Nun gehört er neben einem Antiquitätenhändler, einem Uhrmachermeister, einer Restauratorin und einem Fachmann für die Reparatur alter Möbel zu einem Expertenteam um die Moderatorin Eva Brenner, die eine Mission eint: Lieblingsstücke bewerten, im besten Fall reparieren - und so vielleicht vor der Mülltonne retten.

Fünf Sendungen gehören zur ersten Staffel, die ab Ostersonntag (27. März) wöchentlich und immer sonntags um 13.30 Uhr ausgestrahlt werden. Eine Verlängerung ist nicht ausgeschlossen. Und in jeder Folge hilft Offermann mit Rat und Tat.

Ihm stellen ganz normale Menschen besondere "Patienten" vor. "Uralte Käthe Kruse- oder Schildkröt-Puppen", erzählt Offermann, der nicht in jedem Fall zu einer Reparatur raten kann. Bei Jutta Stüsgen zum Glück schon. Die Novesia des Vorjahres vertraut ihm ihren Lieblingsteddy an. "Der hat seine Brummstimme verloren", sagt der Puppendoktor über Stüsgens 50 Jahre alten Spielgefährten aus Kindertagen. Allerdings hatte sie ihre Schwierigkeiten damit, diesen Kameraden in fremde Hände zu geben. "Die Leute haben ein sehr enges Verhältnis zu den Objekten", sagt Offermann. Am Samstag soll sie ihren Teddy zurück bekommen - wieder vor laufender Kamera.

Puppendoktor Offermann, der auch als Gutachter für Gerichte oder Versicherungen tätig ist, sollte eigentlich ein richtiger Doktor werden. Um sein Medizin-Studium zu finanzieren, begann er mit dem Reparieren von Puppen - und ist dabei geblieben. Sehr zum Leidwesen seiner Eltern. "Die haben die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen", erinnert er sich. Aber er habe die Entscheidung nie bereut, sagt Offermann, der auch schon eigene Puppen entworfen. hat.

Quelle: NGZ
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