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Neuss
Quartier soll Heimat für alle sein

Neuss: Quartier soll Heimat für alle sein
Arno Jansen, Jutta Zülow, Jörg Geerlings, Ralf Hörsken, Wilfried Gaul-Canjé und Anne van Rießen (v.l.) diskutierten angeregt. FOTO: Lothar Berns
Neuss. Diskussion in der Stadthalle über Hilfe für Menschen mit Beeinträchtigungen.

Neuss (keld) Die Podiumsdiskussion in der Stadthalle als Abschluss der Fachtagung der St.-Augustinus-Behindertenhilfe mit dem Thema "Zum konstruktiven Umgang mit Fremdheit im Quartier" ließ an den Satz denken: Alle sagten, das geht nicht, dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht. Denn eigentlich waren sich alle einig, dass der Umgang im Wohnviertel mit Menschen mit Behinderungen, Demenz oder psychischer Erkrankung und mit Fluchterfahrung auf der einfachen Formel fußt "Wir machen mal!".

Dieses "Wir" kann nur bei ausreichender Transparenz, Vereinfachung von Formalien, genügend Ansprechpartnern und "Kümmerern" auf Quartiersebene gelingen. So fasste Anne van Rießen vom Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Düsseldorf die Ergebnisse der engagierten Diskussion zusammen. Jutta Zülow, Unternehmerin mit sozialer Verantwortung und zudem in der Initiative Kompass D - Ausbildung junger Flüchtlinge im Rhein-Kreis - aktiv, beklagte, dass viele Engagierte die Rahmenbedingungen "zum Verzweifeln" bringen und dass die Politik zu viele Hindernisse schaffe, etwa bei kaum zu verstehenden Anträgen für Projektgelder und bei der Vermittlung junger arbeitswilliger Flüchtlinge. "Hier muss man den Weg breiter treten als es das Gesetz erlaubt", sagte sie.

Das größte Hindernis in Neuss ist das des bezahlbaren Wohnraums für Menschen mit Beeinträchtigungen, für Flüchtlinge und Menschen mit niedrigem Einkommen. Darin waren sich Wilfried Gaul-Canjé, Geschäftsführer der St.-Augustinus-Behindertenhilfe, Sozialdezernent Ralf Hörsken und Arno Jansen, Kandidat der SPD für die Landtagswahl 2017, einig. Jansen wies auf die explodierenden Baupreise hin. Jörg Geerlings, CDU-Kandidat für die Landtagswahl 2017, machte klar, dass die Stadt nicht zu viele Hürden aufbauen dürfe und plädierte für die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips. Sven Schümann, stellvertretender Bürgermeister, sah die Kommunalpolitiker als Bindeglieder für die Initiativen vor Ort. Der Stadt komme hier eine Lotsenfunktion zu. Das Publikum wünschte sich vor allem mehr Unterstützung der Ehrenamtler durch politische Gremien.

Quelle: NGZ
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