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Neuss
"Querschnitt" durch die bildende Kunst

Neuss. Die Künstlergruppe gleichen Namens stellt neue Arbeiten in der Sparkasse an der Oberstraße aus. Von Rudolf Barnholt

Wer Mitte 50 ist, gehört bei der Künstlergruppe "Querschnitt" zu den Jüngsten. Da Kreativität jedoch im zunehmenden Alter nicht abnimmt, ist die Ausstellung, die jetzt in den Räumen der Sparkasse Oberstraße eröffnet wurde, einen Besuch wert (bis 29. Oktober).

Henrika Kux ist mit ihren 85 Jahren Ehrenmitglied. "Im Alter hat man das Bedürfnis nach Ruhe und Harmonie - das spiegelt sich in meinen Bildern wider", erklärt die Seniorin. Sie malt ungegenständlich, ordnet ihre Bildwelten jedoch mit geometrischen Formen. Susana Völker malt keine klassischen Neuss-Impressionen: Bei ihr geht es drunter und drüber, Farben und Formen überschneiden sich, Menschen sind nur schemenhaft zu erkennen. Gisa Rosa unterscheidet bewusst zwischen Kreis und Quadrat - das eine steht für das Kosmische, das andere für das Irdische. Das Bild "Am Anfang war Gelb" ist folgerichtig rund. Ute Kreuzer-Danstedt kombiniert ihre hellen Bilder zurzeit am liebsten mit einem kräftigen Rot. Zur Farbe kommen Erden und Spachtelmasse, die runde Form steht für den Lebenskreis, der sich irgendwann schließt, also für die Vergänglichkeit. Die Bilder verbreiten jedoch keine Verzagtheit, sondern Kraft und Energie.

Anton Bäumer zeigt unter anderem Holzschnitte. Das Besondere: Gedruckt wurde von dem Holz einer Weinkiste. "Ich habe schon mal gegenständlicher gearbeitet, aber diesmal stehen einfach nur eckige Formen im Vordergrund", sagt der 81-Jährige. Ramona Lauth geht es um die Dynamik und die Vielschichtigkeit von Beziehungen. Die Bilder wirken ein wenig wie Planeten im All, die sich mal voneinander entfernen, sich aber auch näherkommen. Franziska Schretzmann hat sich für ein zehn mal zehn Zentimeter großes Format erschienen - Platz genug, um ihre Lust am Zeichnen auszuleben. Einige Drucke sind auch dabei, es geht meistens um den Menschen, aber auch um so imposante Tiere wie ein Bison.

Gisela Schmachtenberg-Scherlitzki geht es um Transparenz. Für ihre Objekte verwendet sie durchsichtige Materialien, die sie gerne in Schichten hintereinander setzt. Ulrike Wamprecht zeigt Farbholzschnitte - die Technik ist neu, ihrem großen Thema "Geflechte" ist sie jedoch treugeblieben. Thomas Graics zeigt Fotografien. Das kleine Island inspiriert ihn, ein zugefrorener See und Wasseraufnahmen in Goldtönen spiegeln die Liebe zu diesem Land wider. Lilo Jusczyk verbindet die Techniken Pastell, Monotypie und Zeichnung zu Collagen, setzt unter anderem zwei Torsi in eine Beziehung zueinander. Marita Mülders schließlich präsentiert Skulpturen. Sie reizt das Runde, die Form des weiblichen Körpers vereinfacht sie, ohne diese unkenntlich zu machen.

Quelle: NGZ
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