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Neuss
Radio Fuerteventura sendet aus Rosellerheide

Neuss: Radio Fuerteventura sendet aus Rosellerheide
Frank Schracke in seinem Element: In seinem privaten Studio zeichnet er seine Radiosendung "Maxi-Sound" auf. FOTO: woi
Neuss. Jeden Montag ist der Neusser Frank Schracke alias DJ Franky auf Hola FM zu hören - einem Radiosender auf Fuerteventura. Wie kam es dazu? Von Simon Janssen

Immer wenn Frank Schracke die Maschinen hochfährt, das Mikrofon zurechtrückt und die bunten Strahlen der alten Lichtanlage durch sein kleines Studio flackern, ist er in Gedanken auf Fuerteventura. Zwei Stunden dauert sein Mini-Urlaub. In diesen 120 Minuten gibt es nur ihn und die Musik. Dann dröhnen Klassiker der 70er, 80er und 90er Jahre aus den Lautsprechern. Meistens Extended-Maxi-Singles, die der 53-Jährige zuvor eine Etage tiefer von Schallplatte aufnahm und bearbeitete. Bei einigen Stücken, die Schracke abspielt, handelt es sich um Versionen, die es so gar nicht zu kaufen gab.

In seinem kleinen, aber professionell ausgestatteten Studio in Rosellerheide nimmt er wöchentlich seine zweistündige Sendung "Maxi-Sound" auf - und zwar für den Radiosender "Hola FM", der die Menschen im südlichen Teil Fuerteventuras mit sonnigen Urlaubsrhythmen versorgt.

Aber wie wird man als SAP-Basisberater im beschaulichen Stadtteil Rosellerheide DJ und Moderator für einen Radiosender auf einer Kanarischen Insel? "Seit 17 Jahren mache ich dort regelmäßig Urlaub", sagt der 53-Jährige, den seine Hörer auch unter dem Namen DJ Franky kennen. So hieß er schon Ende der 70er Jahre, als er in einer Solinger Tanzschule seine ersten Erfahrungen als Disc-Jockey machte. Bei einer Veranstaltung auf seiner Lieblingsinsel lernte Schracke eines Tages Ingo Töpfer von Hola FM alias DJ Djingo Django kennen. Schracke berichtete über seine Erfahrungen. Von seiner Arbeit als Moderator bei einem kleinen belgischen Sender in den 80er Jahren. Zu einer Zeit, in der Privatfunk in Deutschland noch verboten war. Schnell zeigte sich DJ Djingo Django begeistert von der Idee der Sendung "Maxi-Sound". Kurze Zeit später war die Zusammenarbeit bereits in trockenen Tüchern.

Mehrere Tausend Schallplatten besitzt Frank Schracke. Rund 1600 davon hat er bereits aufgenommen, bearbeitet und auf dem Computer als MP3-Datei gespeichert. Sieben bis acht Stunden wöchentlich verbringt er mit der Digitalisierung seiner Vinyl-Scheiben. "Früher habe ich immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt, sie zu verkaufen. Mittlerweile bin ich froh, dass ich es nicht getan habe", sagt der Musik-Liebhaber. Schließlich erfahre die Schallplatte aktuell eine Renaissance. Nicht nur auf Flohmärkten sind LPs vermehrt aus zweiter Hand zu finden, auch in den großen Elektronik-Märkten werden aktuelle Veröffentlichungen auf "schwarzem Gold" angeboten.

Zwar besitzt Schracke einige sogenannter White Labels - also Schallplatten-Editionen, die ausschließlich vorab für DJs veröffentlicht wurden -, die teilweise einen gewissen Wert haben. Doch für den 53-Jährigen haben die Scheiben vor allem eine persönliche Note. "Schließlich begleiten sie einen durchs Leben", sagt er.

Quelle: NGZ
 
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