| 09.52 Uhr

Neuss
Räuber schießt zwei Mal in Internetcafé

Neuss: Räuber schießt zwei Mal in Internetcafé
Als der maskierte Täter am Donnerstag das Internetcafé am Durchgang vom Burggraben zum Neumarkt überfiel, war nur der Inhaber in dem Lokal und ein Stammgast, der an einem der Glücksspielautomaten saß. FOTO: Woitschützke Andreas
Neuss. Ein bewaffneter Überfall auf ein Internetcafé ging am Mittwochmorgen glimpflich aus. Weil die Gittertür schon geschlossen war, konnte der Täter nicht in das Lokal eindringen. Er schoss zwei Mal, verletzte aber niemanden und floh ohne Beute. Von Christoph Kleinau

Zum zweiten Mal in nicht einmal einer Woche ist es in Neuss zu einem bewaffneten Raubüberfall gekommen. Nach einer Wetthalle auf der Furth am vergangenen Sonntag wurde am frühen Donnerstagmorgen ein Internetcafé in der Passage zwischen der Straße Burggraben/Neumarkt heimgesucht. Größte Gemeinsamkeit: In beiden Fällen fahndet die Polizei nach einem Mann, der offensichtlich alleine agierte. Größter Unterschied: Beim Überfall auf das Internetcafé wurde geschossen. Zwei Mal, wie Inhaber Zeki Türk berichtet, der sich hinter einem umgestürzten Tisch verschanzen konnte. Verletzt wurde niemand.

Die Polizei fahndet nun nach einem Mann, den Zeki Türk als etwa 1,70 Meter groß und etwa 60 Kilogramm schwer beschreibt. Der Räuber sprach akzentfrei Deutsch, führt der Polizeibericht weiter aus. Zudem war er - wie der ähnlich beschriebene Räuber am Sonntag auch - mit einer schwarzen Sturmhaube maskiert.

Zeki Türk hatte die Gittertür schon abgeschlossen, durch die er dann beschossen wurde. FOTO: A. Woitschützke

In diesem Aufzug erschien der Täter um 4.45 Uhr an der Tür des Internetcafés. Die stand um die Uhrzeit noch offen, allerdings hatte Türk schon die Gittertür abgeschlossen, die das eigentliche Lokal von dem kleinen Flur im Eingang trennt. "Zum Glück", sagt Türk, denn sonst wäre der Überfall sicher nicht gescheitert. So aber machte der Unbekannte keine Beute.

Die Gittertür schließt Zeki Türk immer gegen Mitternacht ab. Das heißt nicht, dass er dann Feierabend hat. Auch in der Nacht zum Mittwoch war er deutlich länger in seinem Geschäft, wo er seit inzwischen sechs Jahren sein Geld mit zwei Internetrechnern, drei Glücksspielautomaten und dem Verkauf von Bier und Limo in Flaschen verdient. Zu dieser frühen Morgenstunde wartete er noch auf einen letzten Stammgast, der an einem der Automaten spielte - und sah fern.

Plötzlich habe der Maskierte im Flur vor der Gittertür gestanden, berichtet Zeki Türk und "Mach die Tür auf" geschrien. Der Inhaber weigerte sich. Auch die Forderung "Dann gib Geld her" ignorierte er, worauf der Maskierte zwei Mal durch die Gittertür in den Raum feuerte - und sich dann aus dem Staub machte.

Ob die Schüsse aus einer scharfen oder einer Schreckschusswaffe abgegeben wurden, steht noch nicht fest. An einem der Tische seien Schussspuren sichergestellt worden, berichtet Polizeisprecherin Diane Drawe, die auch von einer Schreckschusspistole herrühren könnten.

Für Zeki Türk ist diese Frage zweitrangig. "Ich hatte Angst", gibt er unumwunden zu. Ein Einbruch vor drei Jahren war bislang das Schlimmste, was ihm mit seinem Geschäft passiert war. Überfallen wurde er noch nie - und erst recht nicht beschossen.

Für die Polizei ist der Überfall von gestern schon der fünfte bewaffnete Raub in diesem Jahr. Im vergangenen Jahr zählte sie nur zwei solcher Delikte. Um die Straftat aufklären zu können, hofft die Kripo auf Zeugehinweise unter Telefon 02131 3000.

Quelle: NGZ