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Neuss
Rathaus "Promenade" wird für rund 2,5 Millionen Euro saniert

Neuss. Derzeit sind die rund 90 Mitarbeiter des Sozialamtes auf verschiedene Standorte verteilt. Das soll sich noch vor Jahresende ändern. Dann werden alle Dienststellen ins denkmalgeschützte Rathaus "Promenade" umziehen, das zurzeit für rund 2,5 Millionen Euro saniert wird. Planungsdezernent Christoph Hölters begrüßt, dass die Sachbereiche an zentraler Stelle zusammengefasst werden und beispielsweise die angemietete Bleibe im früheren Möbelhaus Trösser aufgegeben werden kann. "Das Amt ist für Besucher gut zu erreichen, und das schöne, denkmalgeschützte Gebäude ist demnächst fachgerecht saniert", sagt er erfreut.

Das dreigeschossige, symmetrisch gestaltete Gebäude, dessen Optik durch drei leicht vorspringende Risalitgiebel gegliedert wird, prägt das Stadtbild an dieser Stelle. Seit 2013 wurden die 56 Meter lange Hauptfassade an der Promenadenstraße sowie die 20 Meter lange Fassade des Gebäudeflügels an der Klostergasse für etwa 870 000 Euro saniert. Im nächsten Schritt werden die Fassade hin zum Platz am Weißen Haus sowie der zweite Giebel instandgesetzt. Hier sind vor allem die Beton- und Kunststeinbauteile stark beschädigt. Kosten laut Hölters: etwa 600 000 Euro.

Für den Komplettumbau und die Sanierung der ebenfalls denkmalgeschützten Innenräume, bei der unter anderem Maßnahmen zur Barrierefreiheit, zum Brandschutz und Optimierung der Wärmeverteilung umgesetzt werden, sind insgesamt rund eine Millionen Euro zu veranschlagen. Darin enthalten ist auch der Einbau einer Pellet-Heizung.

Die Voraussetzung für die erste umfangreiche Sanierung seit mehr als 20 Jahren schuf der Auszug des Jobcenters Ende 2013. Nachdem die Arbeiten im Dachgeschoss und im zweiten Obergeschoss abgeschlossen wurden, läuft zur Zeit der zweite Bauabschnitt. Begleitet werden die Arbeiten vom städtischen Gebäudemanagement und dem Duisburger Architekten Martin Hebgen.

An vielen Stellen seien Hinweise auf die frühere Nutzung als Krankenhaus der Neusser Augustinerinnen zu erkennen, etwa an der spitzgotischen Form der Durchgänge in den hohen Fluren oder der Buntverglasung eines Fensters im ersten Obergeschoss, berichtet Andreas Schiefke vom Gebäudemanagement. Mehr als 100 Jahre alt seien die Jugendstil-Fliesen im Eingangsbereich und im Treppenhaus des zwischen 1899 und 1901 errichteten Gebäudes. Sogar im ehemaligen Heizungskeller fanden sich erhaltenswerte Keramiken auf dem Boden und an den Wänden. Dort wurden sie fachmännisch abgenommen und werden gemäß den Auflagen des Denkmalschutzes wieder verlegt, wenn die Wände trocken gelegt sind. Der Keller wird künftig als Aktenlager genutzt.

(susa)
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