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Neuss
Ratsherr öffnet Türen auf Chinesisch

Neuss: Ratsherr öffnet Türen auf Chinesisch
SmartPalm ist eine neue Erfindung aus China. Den Handflächenscanner vertreibt in Europa der Neusser Holger Hanisch (l.). Der Jurist und Geschäftsmann ist ebenso Neusser SPD-Ratsherr wie auch sein Marketing Manager Heinrich Thiel.
Neuss. Holger Hanisch und sein Marketing-Chef Heinrich Thiel sind als SPD-Ratsherren bekannt. Doch jetzt vertreiben sie als Geschäftsleute eine technische Neuheit aus China auf dem deutschen Markt: einen kontaktlosen Handflächenscanner. Von Ludger Baten

China hat ihn geprägt. 14 Jahre war er in Peking. Dort lernte er seine Frau Zhang Jingping kennen. Er spricht Chinesisch. Seit 2012 ist Holger Hanisch (47) zurück, lebt seither mit seiner Familie in Neuss. Doch China, die Menschen dort und sein großes chinesisches Netzwerk lassen ihn nicht los - auch beruflich nicht. Ursprünglich wollte sich der promovierte Jurist als Anwalt niederlassen, doch Zug um Zug ist aus ihm ein Geschäftsmann geworden. Als Chef von Hanisch & Sandner berät er europäische Unternehmen in der Volksrepublik und chinesische Unternehmen in Europa. Dazu unterhält Hanisch zwei Büros: in Neuss und in Tianjin, einer Stadt mit rund zehn Millionen Einwohnern nur 120 Kilometer von der Hauptstadt Peking entfernt.

Die Neusser kennen Holger Hanisch als Kommunalpolitiker, seit Mai 2014 sitzt er für die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Neuss. Über sein Geschäft erzählt der zurückhaltende Volljurist wenig. Doch jetzt stellt er begeistert ein "innovatives Produkt" vor, das er aus China mitgebracht hat und das in Europa "noch ziemlich unbekannt" sei: ein "SmartPalm". Dahinter verbirgt sich ein Handflächenscanner, der eine berührungslose Zugangskontrolle für Privatwohnungen und Hochsicherheitsbereiche ermöglicht. ",SmartPalm' ist dazu imstande die gängigen Zugangskontrollen und Personen-Registrierungsterminals in Europa abzulösen", sagt der Unternehmensinhaber, der nun auch das Siegel des TÜV Rheinland auf seinem neuen Produkt führt.

Entdeckt hat Holger Hanisch den "SmartPalm" - wie könnte es anders sein - in China. Erfunden und entwickelt hat das Gerät ein Freund der Familie Hanisch, der hinter der Firma "Whois Technologies" in Peking steht; die Markenrechte an "SmartPalm" teilen sich Whois und Hanisch, der auf einen Erfolgsweg hofft: "Der Scanner ist eines der noch recht wenigen eigenständigen Hochtechnologie-Produkte aus der Volksrepublik, wo auch die Produktion erfolgt. In China werde das Gerät, sagt Hanisch, seit mehreren Jahren in vielen Behörden, Banken und anderen Unternehmen eingesetzt.

Der junge Marketing Manager Heinrich Thiel (27), ebenfalls ein SPD-Ratsherr, beschreibt Unterschiede so: "Schlüsselkarten für die Zugangsberechtigung können verloren gehen oder sie können gestohlen oder an Dritte weitergegeben werden." Da der Handflächenscanner kontaktlos funktioniert, ist er hygienischer als andere Systeme. Davon profitieren Bereiche, in denen es auf Sicherheit und Hygiene zugleich ankommt. Als Beispiele nennt Thiel Krankenhäuser, Larbore, Praxen und Lebensmittelindustrie. auch könne die Software Arbeitszeiten der Mitarbeiter erfassen.

Ein bewegtes Leben liegt schon hinter Holger Hanisch: Als Marine-Zeitsoldat fuhrt er über die Weltmeere, er studierte in den USA, promovierte über chinesisches Recht, er arbeitete in China für deutsch-chinesische Kooperationen - und setzt heute seine vitalen chinesischen Kontakte und Kompetenzen auf vielen Geschäftsfeldern ein.

Quelle: NGZ
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