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Neuss
Repair-Café: Start mit 47 Kunden

Neuss. Elektroingenieur hilft Menschen ehrenamtlich bei kleinen Reparaturen.

Das Radio von Michael Sieger (55) ist in seine Einzelteile zerlegt. Platine, Gehäuse, Batterien und etliche Schrauben liegen auf dem Tisch neben Lötkolben, Öl, Lupe, Messegerät und Schraubenzieher. Das Werkzeug gehört Werner Sobota. Der 65-Jährige Elektroingenieur versucht, Siegers Radio zu reparieren. Geld nimmt er dafür nicht. Das ist die Idee des Repair-Cafés, dass am vergangenen Samstag zum ersten Mal im Romaneum stattfand.

"Wir reparieren gemeinsam mit den Gästen und verhindern damit die Verschwendung von Rohstoffen", erklärt Richard Weigl. Der 60-Jährige organisiert das Repair-Café für die Initiative "Transition Town Neuss", die sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt einsetzt.

47 Klienten zählt Weigl am Ende des Tages. 27 davon können mit einem vollständig reparierten Gegenstand nach Hause gehen. Zehn Menschen nehmen zumindest eine Empfehlung mit, beispielsweise für ein passendes Ersatzteil.

Die Zahlen sind deshalb so genau, da sich jeder Gast anmelden und eine Haftungsbegrenzung unterschreiben muss. Schließlich ist den ehrenamtlichen Reparateuren kaum zuzumuten, für eventuelle Reparatur-Schäden aufzukommen. Die Anmeldung findet in der Cafeteria des Romaneums statt, die Arbeit dann in einem Raum der Volkshochschule. Repariert werden vor allem elektrische Geräte, aber auch Fahrräder, Möbel oder Kleidungsstücke.

Das Radio von Michael Sieger konnte Werner Sobota auf jeden Fall reparieren. Michael Sieger ist voll zufrieden: "Das ist ne tolle Sache", sagt er zum Repair-Café.

(JaHu)
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