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Christoph Buchbender, Lothar Horbach, Udo Klanten, Andreas Schwarz
RheinLand: 1000 Euro für alle Mitarbeiter

Christoph Buchbender, Lothar Horbach, Udo Klanten, Andreas Schwarz: RheinLand: 1000 Euro für alle Mitarbeiter
Aufsichtsratvorsitzender Anton Werhahn (v. l.) sowie die Vorstände Lothar Horbach, Udo Klanten und Christoph Buchbender begrüßen Jutta Stöcker, die gestern neu in den Aufsichtsrat gewählt wurde. Sie folgt auf Klaus G. Adam. Jutta Stöcker war von 2005 bis 2015 Vorstand der RheinLand-Gruppe. FOTO: Woi
Neuss. Konzernumsatz der Neusser Versicherungsgruppe wächst zweistellig. Beschäftigte und Aktionäre erhalten Bonus-Zahlungen.

Die RheinLand-Aktie legte im Jahresschnitt um 13,6 Prozent zu, kletterte zwischenzeitlich sogar auf das Allzeithoch von 39 Euro. Was ist dran am Höhenflug der Neusser Aktie?

Udo Klanten Dabei muss man wissen, dass unsere RheinLand-Aktien nur in geringer Stückzahl gehandelt werden, so dass es da leicht zu Ausschlägen nach oben oder unten kommen kann. Gleichwohl ist die RheinLand für den klassischen Anleger attraktiv, der Wert auf eine solide Dividende legt. Wie im Vorjahr zahlen wir je Aktie 1 Euro zuzüglich eines Bonus in Höhe von 30 Cent. Damit gehören wir das 27. Jahr in Folge zu den zuverlässigsten Dividendenzahlern. Christoph Buchbender Mit 3,84 Millionen Aktien erreichen wir eine Marktkapitalisierung von 140 Millionen Euro bei einem ausgewiesenen Eigenkapital von fast 180 Millionen Euro. Die RheinLand-Aktie ist also nicht überbewertet. Lothar Horbach Der Bewertungsgrad der Aktie verschafft uns den gewünschten Freiraum. Wir können unsere Aktionäre mit einer dreiprozentigen Dividende bedienen, und dennoch bleibt ausreichend Kapital im Konzern, um das Neugeschäft zu finanzieren und Rückstellungen aufzubauen.

Die Aktionäre profitieren zuverlässig von den guten Zahlen und einem guten Geschäft ...

Klanten ... und unsere Mitarbeiter, die für das gute Ergebnis gearbeitet haben, auch. Aufsichtsrat und Vorstand haben deshalb beschlossen, jedem Mitarbeiter in diesem Jahr einen einmaligen Gehaltsbonus in Höhe von 1000 Euro brutto zukommen zu lassen. Auszubildende dürfen sich über 250 Euro freuen. BuchbenderEngagierte Mitarbeiter, die sich einbringen, ermöglichen gute Zahlen. Wir haben in den vergangenen Jahren unseren Kolleginnen und Kollegen viel abverlangt, Prozesse optimiert und die Arbeitsintensität verdichtet. Darum haben unsere Mitarbeiter auch diese finanzielle Anerkennung verdient.

Das RheinLand-Haus in Neuss, Zentrale der 1880 gegründeten Versicherungsgruppe, die jetzt im 27. Jahr in Folge ihren Aktionären eine gegenüber dem Vorjahr ungekürzte Dividende auszahlt. FOTO: Woi

Während die deutsche Versicherungsbranche 2016 über alles um 2,9 Prozent wuchs, das Segment Leben gar um 2,2 Prozent nachgab, legt die RheinLand-Gruppe überdurchschnittlich um stolze 14,1 Prozent zu.

Buchbender Unser Wachstum kommt allein aus dem Versicherungsgeschäft. Das macht uns schon ein bisschen stolz. Mit 478,3 Millionen Euro (Vorjahr: 419,3) legen wir beim Beitragsaufkommen um 14,1 Prozent kräftig zu. Uns ist es gelungen, mit dem Wachstum auch den Gewinn zu steigern. Mit 16,4 Millionen Euro (Vorjahr: 15,6) weisen wir das zweitbeste Konzernergebnis in unserer Geschichte aus. Unser Geschäft und Wachstum verteilt sich ausgewogen auf unsere drei Vertriebswege mit drei profilierten Marken: Bancassurance (Credit Life, 192 Millionen), Makler (Rhion, 129 Millionen) und den eigen klassischen Außendienst (RheinLand, 157 Millionen).

Es fällt auf, dass sich Credit Life mit einem Plus von 23 Prozent besonders dynamisch entwickelt. Warum?

Andreas Schwarz Hier kommen mehrere Faktoren zusammen. Wir gehören zu den fünf, sechs Top-Spezialisten im Markt für Restkredit-, Risikolebensversicherungen und Automotive. Die stärksten Wachstumsimpulse kommen aus den Niederlanden, wo wir einen Kooperationspartner akquiriert haben. Auch in Italien haben wir neue Vertriebskanäle erschlossen. Dort sind 30 Finanzdienstleister unsere Partner. Wir sind also wie bisher im Heimatmarkt vertreten, darüber hinaus auch in Amsterdam oder Mailand.

Können Sie bestätigen, dass Sie im Segment Bancassurance ihre digitalen Prozesse besonders weit vorangetrieben haben und einsetzen?

Schwarz Das Geschäft der Credit Life ist auf die Zusammenarbeit mit Plattformen und Startups ausgerichtet, so lancieren wir erfolgreich neue Angebote für ausschließlich internetbasierte Geschäftsmodelle. Buchbender Was bei Credit Life für Bancassurance funktioniert, werden wir auf Rhion und den Maklervertrieb übertragen. Uns bescheinigt eine Studie, dass die RheinLand im Marktvergleich über einen überdurchschnittlichen Automatisierungsgrad verfügt. Um diese gute Ausgangslage zu nutzen, legen wir das Projekt Digitalisierung auf.

Was bedeutet das?

Buchbender Wir wollen lernen, wir wollen Kontakt zur Startup-Szene. Daher haben wir eine eigene, kleine "Forschungsabteilung" gegründet, die in einem "Innovation Lab" in Berlin ebenso aktiv ist wie im Verein "InsurLab Germany" in Köln.

InsurTechs sorgen in Ihrer Branche für Aufsehen. Antworten Sie mit Ihrer Forschungsabteilung?

Schwarz Es gibt rund 60 InsurTechs. Dabei handelt es sich zumeist um Maklerplattformen. Sie treten als digitaler Makler in erster Linie in den Wettbewerb zum klassischen Makler. Uns geht es aber primär darum, interne Prozesse zu digitalisieren und flexible Geschäftsmodelle auf Internetbasis zu entwickeln.

Weniger spektakulär, aber ebenso dynamisch entwickelt sich der Maklervertrieb bei Rhion.

Buchbender Rhion ist Wachstumsmotor unserer Gruppe. Seit Markteintritt 2005 haben wir einen Bestand von 470.000 Verträgen mit einem Umsatz von fast 100 Millionen Euro aufgebaut. Rhion überzeugt durch exzellente Produkte verbunden mit ausgeprägtem Service.

Trotz Rhion und Credit Life, in und um Neuss ist die RheinLand Versicherung die Kernmarke. Wie steht sie nach der Umstrukturierung da?

Buchbender Die Entwicklung ist solide. In der Region werden wir wirklich noch als RheinLand wahrgenommen. 300 Verkäufer suchen erfolgreich die Nähe zum Kunden mit einem Vollsortiment für Privat- und Gewerbekunden.

Wir sehr drückt das weiterhin niedrige Zinsniveau auf die Erträge aus Ihren Kapitalanlagen, immerhin handelt es sich um 1,5 Milliarden Euro?

Klanten Der Markt bleibt schwierig, und wir sind auf sinkende Erträge eingestellt. Unsere laufende Verzinsung liegt derzeit bei knapp über drei Prozent. Das durchschnittliche Rating unserer Anlage beträgt solide A+. Da wir Kapital vielfach langfristig anlegen, benötigen wir etwa fünf Jahre mit steigenden Zinsen, um diesen fallenden Trend umzukehren. Es bleibt aber dennoch dabei, dass wir risikobereite Anlagen wie Private Equity meiden.

Warum sprechen Sie neuerdings von Karrieremodell und legen Förderprogramme für Auszubildende auf?

Horbach Der Wettbewerb um die besten Köpfe hat längst begonnen. Mit 51 jungen Menschen in vier Ausbildungsberufen zählen wir zu den größten Ausbildungsbetrieben in Neuss. Wir bleiben kundennah, wir wollen expandieren, wir müssen für den Generationswechsel im Konzern und in den Agenturen gerüstet sein. Dafür bieten wir jungen Menschen attraktive Förderprogramme an, die Entwicklungs- und Karrierechancen eröffnen.

Wie wird das Jahr 2017?

Horbach Die Zahlen werden voraussichtlich in der Größenordnung von 2016 liegen.

LUDGER BATEN FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: NGZ
 
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