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Neuss
RLT-Mitarbeiter diskutieren mit Politikern über Theaterarbeit

Neuss. Hinter verschlossenen Türen treffen sich Theatermacher mit Politikern. Vertreter aus Rat, Landtag und Bundestag werden erwartet.

Rund 100 Mitarbeiter hat das Rheinische Landestheater vor, auf und hinter der Bühne, und rund 40 davon kommen zusammen, um bei der Aktion "40.000 Theatermitarbeiter treffen ihre Abgeordneten" dabei zu sein. "Auf eine Tasse Kaffee, Tee, Cola, Wasser, Bier oder Schnaps verabreden und ihnen erzählen, wer wir sind und was wir tun" ist das Motto der Aktion, die jüngst vom neu gegründeten Ensemble-Netzwerk zusammen mit der Dramaturgischen Gesellschaft und des Bundes der Szenografen verabredet wurde.

Auch die RLT-Ensemble-Sprecherin Linda Riebau war bei dem Treffen in Bonn dabei, hat die Idee ins RLT getragen und in ihrem Kollegen Richard Lingscheidt jemanden gefunden, der sich um die Organisation kümmert. 40 Politiker hat er angeschrieben, sagt er, und um ein Gespräch gebeten. Rund 20 haben ihm eine positive Antwort gegeben, und 40 RLT-Mitarbeiter, so hofft er, werden sich am Ende melden, um diese Gespräche auch zu führen. Allerdings hat sich das RLT vom Stichtag, den das Ensemble-Netzwerk mit dem 17. Oktober festgelegt hat, wegbewegt und die Aktion bis 24. November verlängert: "Das ist sonst gar nicht zu schaffen", sagt Lingscheidt, der genauso wie Chefdramaturg Reinar Ortmann weiß, dass die hohe Bereitschaft der Politiker auch mit dem beginnenden Landtagswahlkampf zu tun hat. Gleichwohl sind unter den Zusagen nicht nur jene der Landtagsabgeordneten Lutz Lienenkämper (CDU), Rainer Thiel (SPD) und Hans Christian Markert (Grüne), der Bundestagsabgeordneten Hermann Gröhe und Ansgar Heveling (beide CDU), sondern auch von Kommunalpolitikern wie dem Neusser Bürgermeister Reiner Breuer (SPD) oder dem Neusser CDU-Chef Jörg Geerlings.

Sinn der Gespräche, die im übrigen hinter verschlossenen Türen stattfinden, soll vor allem der Austausch sein: "Viele wissen gar nicht, wie am Theater gearbeitet wird", sagt Lingscheidt, der einen vom Netzwerk bereitgestellten Fragenkatalog um RLT-spezifische Punkte ergänzt hat - etwa zu Zukunft und Status der Landestheater in der NRW-Politik. Weder Lingscheidt noch seine Kollegen erwarten konkrete Lösungen von diesen Gesprächen: "Aber uns ist es wichtig, dass wir wahrgenommen werden", sagt er, und für Ortmann ist die Aktion im Sinne einer Öffnung des eigenen Arbeitsfeldes auch Teil der originären Theaterarbeit. "Auf keinen Fall wollen wir Fronten aufmachen", betont Lingscheidt, "sondern wir wollen einen Austausch ermöglichen. Idealerweise bliebt es nicht bei diesem einen Gespräch." Auch deswegen ist ihm wichtig, dass aus jedem Bereich des Theaters mindestens zwei Kollegen dabei sind.

(hbm)
 
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