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Serie Neusser Räume
Romaneum - neuer Bau auf alten Mauern

Serie Neusser Räume: Romaneum - neuer Bau auf alten Mauern
Mit seiner L-förmigen Architektur betont das Romaneum die historische Stadtkante. Wie es im Inneren des modernen Schul- und Kulturzentrums aussieht, können Teilnehmer der "Neusser-Räume"-Tour am Sonntag sehen und erleben. FOTO: Woi
Neuss. Aus Richtung Hafen und Rennbahn ist das Romaneum ein markanter Blickfang. Seit 2012 sind darin gleich drei Bildungseinrichtungen zusammengefasst. In diese "Neusser Räume" laden Neuss Marketing und NGZ am Sonntag ein.

Neuss (NGZ) Zentral gelegen, räumlich gut ausgestattet und architektonisch interessant verbindet das Romaneum seit gut dreieinhalb Jahren Geschichte und Moderne - und fast könnte man meinen, es sei nie anders gewesen. Doch mit dem L-förmig angelegten Gebäude gingen bedeutende Veränderungen einher: Für die drei Bildungseinrichtungen, die in ihm ein neues Zuhause gefunden haben, aber auch für das Quartier rund um die Brückstraße, das über Jahrzehnte zu den wenig attraktiven Ecken der Innenstadt zählte. Dabei steht das moderne Schul- und Kulturzentrum auf historischem Grund: Archäologen fanden auf dem Terrain die ältesten Siedlungsspuren innerhalb der Neusser Stadtmauern. Wer sich in einigen der rund 120 Räume des Romaneums einmal umsehen möchte, hat dazu am Sonntag bei der nächsten "Neusser Räume"-Führung Gelegenheit.

Städtische Musikschule, Volkshochschule und FernUniversität Hagen führen im Romaneum eine friedliche Koexistenz. Zwar sind die Institutionen in separaten Gebäudeflügeln untergebracht, doch Vortrags- und Ensembleräume werden von allen genutzt. "Wir haben nicht nur die Quadratmeterzahl unseres früheren Standorts erhalten, sondern im Prinzip durch die gemeinsamen Räumlichkeiten noch erweitern können", sagt VHS-Leiter Gerd Heide, der die Besucher am Sonntag persönlich durch das Gebäude begleiten wird. Je nach Teilnehmerzahl wird die Gruppe geteilt und jeweils die Hälfte im Wechsel durch die VHS und von Norbert Braun durch die Musikschule geführt. "Das ist schon ein besonderes Gebäude", findet Heide, zumal "alle drei Einrichtungen zuvor sehr bescheiden untergebracht" gewesen seien.

Ein ausgeklügelter Belegungsplan garantiert eine hohe Auslastung der zur Verfügung stehenden Räume. Die müssen einige Ansprüche erfüllen. So sind zahlreiche Unterrichtsräume der Musikschule schallgedämpft, die VHS benötigt zudem eine Lehrküche, Zeichensäle und einen Gymnastikbereich für ihre Kursangebote. Ein besonders Schmuckstück ist sicher der Pauline-Sels-Saal, der über eine exzellente Akustik sowie angeschlossene Tonstudios verfügt.

Dass das Romaneum auf geschichtsträchtigem Grund steht, erläutert Archäologin Karin Striewe in einem weiteren Teil der Führung. Die Wissenschaftlerin, die selbst an Grabungskampagnen auf dem Areal teilgenommen hat, präsentiert die Ausgrabungsergebnisse im Foyer - wie Keller aus der Zeit vom 12. bis zum 15. Jahrhundert. Auf dem Vorplatz wirft sie mit den Führungsteilnehmern einen Blick durch das Sichtrohr auf römisches Mauerwerk und erklärt anhand der Pflastermarkierungen den Grundriss der sogenannten Mansio, einer römischen Herberge, die einst an dieser Stelle stand. Auf der Rückseite des Gebäudes, von der Batteriestraße aus, sind zudem die Überbleibsel der Stadtmauer gut zu erkennen, auf denen das Romaneum errichtet wurde. "Neuss kann stolz auf diese Funde sein, die für die Stadt- und Regionalgeschichte von Bedeutung sind", versichert Kari Striewe.

Quelle: NGZ
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