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Neuss
Rundes Extraschicht

Neuss: Rundes Extraschicht
Die Zentrale der Stadtwerke Neuss an der Moselstraße. FOTO: Stadtwerke
Neuss. Stadtwerke-Geschäftsführer Heinz Runde geht zwar im Juni 2016 in Ruhestand, bleibt aber in wichtiger Funktion bei den SWN tätig. Von Andreas Gruhn

Stadtwerke-Chef Heinz Runde bleibt trotz Ruhestands noch bis zum Jahr 2019 in Diensten des Unternehmens. Der 66-Jährige gibt zwar wie geplant sein Amt als Geschäftsführer der Stadtwerke Neuss (SWN) im Juni 2016 an seinen Nachfolger und bisherigen Co-Geschäftsführer Stephan Lommetz weiter, in einer Tochterfirma der SWN bleibt Runde aber in verantwortlicher Position als Vorstandsmitglied tätig. Dabei handelt es sich um die SWN Verkehr und Service AG. Rundes Vertrag in der SWN-Tochter war nach Auskunft des Versorgers bereits im Sommer des vergangenen Jahres um vier Jahre verlängert worden. In seiner jüngsten Sitzung genehmigte der Aufsichtsrat der Stadtwerke nun das weitere Engagement Rundes auch über die Pensionierung hinaus und verteilte Aufgabenbereiche in der Tochter neu. Stephan Lommetz hat in der Sparte künftig das Sagen, an seiner Seite bleibt Runde bis Juli 2019. Dann wird er 70 sein.

Heinz Runde geht im kommenden Jahr in den Ruhestand. FOTO: WOI

Damit kommen dem bisherigen Stadtwerke-Chef demnächst weiter wichtige Aufgaben zu: Die entsprechende SWN-Tochter ist nämlich nicht nur für die Busfahrer in Neuss zuständig, sondern auch für die lukrative Beteiligung der SWN an der Thüga, dem bundesweiten Netzwerk kommunaler Versorger, in dem im vergangenen Jahr mehr als 21 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet wurden. Bei der Thüga bekleidet Runde wichtige Posten im Personalausschuss, im Gesellschafterausschuss und im Finanzausschuss und wird diese ebenfalls über seine Pensionierung in Neuss hinaus weiter behalten. Der SWN-Aufsichtsrat gab Runde nun mit dem Vorstandsposten im eigenen Hause auch die entsprechende Legitimation dafür. Die Spitze des Gesamtkonzerns Stadtwerke Neuss teilen sich ab dem kommenden Jahr wie geplant Lommetz und Ekkehard Boden.

Rundes einzige Aufgabe bei den SWN werde es demnach sein, die Beteiligung der Neusser an dem Netzwerk (vollständiger Name: Thüringer Gas AG) zu steuern und zu koordinieren. SWN-Sprecher Jürgen Scheer bestätigte dies. Wie unsere Redaktion erfuhr, soll Runde dafür allerdings keine Bezüge aus Neuss erhalten. Die Stadtwerke wollten dies nicht kommentieren. Neben Runde sind aus Neuss außerdem der stellvertretende Bürgermeister Jörg Geerlings, der künftige Stadtwerke-Chef Lommetz und Bürgermeister Herbert Napp in unterschiedlichen Gremien der Thüga tätig.

Erst vor wenigen Monaten hatten die Stadtwerke entschieden, ihre Partnerschaft mit der Thüga zu vertiefen. Über verschiedene Töchter sind die Neusser an dem Netzwerk bereits mit etwa 13 Millionen Euro beteiligt. Umgekehrt hat sich auch die Thüga Anteile in Neuss gesichert und redet bei den Stadtwerken im Aufsichtsrat mit. Gerade bemühen sich die SWN um weitere Anteile an der Thüga. Die Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft gibt ihre Anteile aus Geldnot ab. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis Ende September. Zuletzt war aber die Rede davon, dass die Stadtwerke Neuss für höchstens 1,4 bis 2,5 Millionen Euro zum Zug kommen werden. Genehmigt hatten Aufsichtsrat und Stadtrat aber eine für Neusser Verhältnisse riesige Beteiligung von bis zu 46 Millionen Euro. Erst wenn alle befragten kommunalen Parlamente ihre Erlaubnis erteilt - oder verweigert - haben, ist klar, wie groß das Neusser Stück vom Thüga-Kuchen wird.

Quelle: NGZ
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