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Neuss
Russische Schulleiter studieren am "Quirinus" das Prinzip Gymnasium

Neuss: Russische Schulleiter studieren am "Quirinus" das Prinzip Gymnasium
Anja Macking, Thomas Steinecker und Ulrich Dauben (v.l.) führten die russischen Gäste auch durch die Schulmensa des Quirinus-Gymnasiums. FOTO: C. Kleinau
Neuss. Am Ende der Diskussion wurden Kontaktdaten ausgetauscht. Eine Schulleiterin aus Rostow am Don, die gestern im "Quirinus" das Prinzip Gymnasium studierte, möchte bei Projekten mit der deutschen Schule zusammenarbeiten oder Kontakt zwischen Schülersprechern hier und engagierten Schülern daheim herstellen. "Wir sind offen für Neues", sagte Thomas Steinecker. Er hat damit als Verantwortlicher für die Schulentwicklung nun eine kleine Baustelle mehr.

Aus fast allen Regionen Russlands und Kasachstans kommen die fast 20 Schulleiter, die sich als Bildungsreisende das deutsche Bildungssystem - inklusive Kindergärten und Privatschulen - einige Tage lang aus der Nähe anschauen wollen. Daheim würde die Schullaufbahn oft im gleichen Gebäude beginnen wie enden, sagten sie. Dass Eltern nach der Klasse vier eine Entscheidung zur Wahl einer weiterführenden Schule für ihr Kind treffen müssen, kannten sie nicht.

In ihrer Heimat hatten sie mit ihren Schulen eine Schul-Olympiade gewonnen, doch die Reise nach Nordrhein-Westfalen fassten sie nicht allein als Belohnung auf. Im Jahr 2020, erklärte eine Rektorin aus Krasnodar, werde in ihrer Region das Kurssystem eingeführt. Am Beispiel der Oberstufe, wie sie ihr am Quirinus vorgestellt wurde, beeindruckte sie, wie man das erfolgreich organisieren kann.

Auch die Förderung von Flüchtlingen in Seiteneinsteigerklassen am "Quirinus" machte Eindruck. "75 Prozent der Kinder machen Abitur, 98 Prozent überhaupt einen Abschluss", hatte Schulleiter Ulrich Dauben berichtet. Davon wollen sich die Russen etwas abschauen. Es gebe auch in ihrer Schule Klassen, in denen die Hälfte der Kinder kaum Russisch spricht, erklärte eine Frau aus einer Kleinstadt in der Nähe Moskaus den Grund.

Großes Interesse hatten die Russen auch an Anja Meckings Darstellung über die Arbeit der Elternpflegschaft. Sie wolle daheim versuchen, Anreize zu schaffen, damit sich die Eltern in ihrer Heimat auch einbringen, nahm sich eine Schulleiterin aus dem kasachischen Astana vor.

(-nau)
 
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