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Neuss
Schatzsuche in der Theaterwelt

Neuss: Schatzsuche in der Theaterwelt
Die Theaterpädagogin Maike Fölling (zweite v.l.) zeigt den Kindern und ihren Eltern, wie schwer so ein Kostüm ist. Für die Schauspieler ist das harte Arbeit, denn auf der Bühne wird es im Scheinwerferlicht um die 30 Grad heiß. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Einmal hinter die Kulissen des Rheinischen Landestheaters gucken - diese Chance nutzten einige Kinder bei der Ferienaktion des Neusser Kinderschutzbundes. An einem verregneten Ferientag machten sie sich auf Abenteuerreise. Von Katrin Haas

Maike Fölling öffnet ganz vorsichtig die grau lackierte Holztür. "Ich zeige euch jetzt die Räume, die eigentlich für Zuschauer verboten sind", erklärt die Theaterpädagogin. Dann lässt sie die Kinder in den Kellerraum blicken, mit großen Augen und vielen "Woah"-Rufen schauen sich die Kinder in dem "Kleiderschrank", der großen Kostümsammlung, des Rheinischen Landestheaters um.

Zum wiederholten Mal bietet der Kinderschutzbund in Kooperation mit dem Landestheater die Schatzsuche in den Theaterwerkstätten im Rahmen des Neusser Ferienspaß-Programmes an. An diesem verregneten Ferientag ist das genau das Richtige für die Vier- bis Sechsjährigen. Klaviermusik kommt aus dem Probenraum. Die Abenteuerreise durch die Werkstätten in der Wolberostraße beginnt.

Es geht zuerst in den Keller und anschließend wieder ins Obergeschoss, immer durch eine neue "Geheimtüre", hinter der das nächste Abenteuer wartet. "Es geht darum, das Greifbare des Theaters zu zeigen", erklärt Maike Fölling. In der Kostümschneiderei, der Kostümsammlung, der Bühnenbildnerei und der Schreinerei schauen die Kinder den Profis bei der Arbeit zu. Fölling fragt die Kinder nach ihren Karnevalskostümen: Sie waren Superman, Pirat und der kleine Rabe. "Und die Kostüme waren genau richtig", erklären der vierjährige Joel und der sechsjährige Philipp stolz. Glück gehabt. Die Kostüme der Schauspieler werden nämlich meist später nochmals angepasst.

Ortswechsel: Jetzt geht es die Treppe runter, auf dem Weg zur großen Kostümsammlung. Die Kinder zucken zusammen: Zwei Männer schreien sich an, werfen sich wüste Worte an den Kopf. Fölling beruhigt die Kinder, hier wird nur geprobt für das Stück "Josef und seine Brüder". Beim Theater passiert alles gleichzeitig; vom Bau des Bühnenbildes bis zur Probe. Schließlich ist schon in wenigen Wochen Premiere.

In der Kleiderkammer folgt eine Reihe Kleider der Nächsten, grob geordnet: zuerst die Westen, dann die Kittel, dann die Brautkleider. Ganz am Ende finden die Kinder die Märchenkostüme. "Was für ein Kostüm ist das?", fragt Maike Fölling ihre kleinen Zuhörer. Sie hält ein rosa Kostüm mit einem Ringelschwanz hoch. "Ein Känguru", ist die erste Prognose der Kinder. "Ein Schwein, Schweinchen Babe", die Zweite. Genau richtig, wer in dieses Kostüm schlüpft, wird zum Schweinchen Babe aus dem gleichnamigen Film von 1995.

An der Wand ganze Regalreihen voll mit Schuhen in jeder Farbe und Größe. Ganz normale Pumps, aber auch riesige Stiefel mit zehn Zentimeter "Buffalo"-Absatz. Und das hier ist nur der Kostümfundus für die Damen. "Es gibt ein Tier, was wir nicht mögen, das sind die Motten", erklärt die Theaterpädagogin. Auch das feucht-warme Klima macht den Kostümen zu schaffen. Die geschneiderten Kostüme dürfen natürlich nicht einfach so in die Waschmaschine. Aber da gibt es einen Trick: "Wodka in Sprühflaschen hilft gegen den Schweißgeruch", verrät Fölling. Das ist auch nötig; denn durch das Scheinwerferlicht wird es auf der Bühne 30 Grad heiß.

In der Malwerkstatt der Bühnenbildner stehen zwar keine Kostüme, dafür aber ebenfalls Regalreihen - mit Farbe und Farbpulvern. Die riesigen Pinsel, mit denen die Bühnenbildner arbeiten, sind sogar größer als manch eines der Kinder. Die sind nach der einstündigen Schatzsuche ganz schön müde. Und haben ihren Freunden am Nachmittag bestimmt ganz viel zu erzählen.

Quelle: NGZ
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