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Neuss
Schlechte Noten für Neusser Bolzplätze

Neuss: Schlechte Noten für Neusser Bolzplätze
Für den Bolzplatz hinter dem Haus Derikum hat sich insbesondere Stadtverordnete Waltraud Beyen (CDU) eingesetzt. Er wurde 2013 eröffnet. Das Foto zeigt den Tag der Einweihung. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Der Jugendhilfeausschuss will wissen, bei welchen der 77 Bolzplätze in Neuss dringendster Handlungsbedarf aus Sicht der Kinder und Jugendlichen besteht. Die Stadtverwaltung bereitet deshalb eine entsprechende Befragung vor. Von Susanne Genath

77 Bolzplätze gibt es im Neusser Stadtgebiet. Mehr als die Hälfte davon hat ihren Zenit schon überschritten: Nur 34 wurden von der Stadtverwaltung mit den Schulnoten "1" bis "3" bewertet. Die übrigen sind schlechter. Die Johann-Dahmen-Sportanlage in Holzheim hat sogar die Note "6" erhalten. Dort ist kein Spielbetrieb mehr möglich, weil sich die Nutzer verletzen könnten. Der Jugendhilfeausschuss hat gestern über die Situation gesprochen. Denn es soll eine Jugendbeteiligung nicht nur zu Spielplätzen, sondern auch zu Bolzplätzen geben.

"Die ist wichtig", sagt Susanne Benary-Höck, Vorsitzende sowohl des Jugendhilfeausschusses als auch des Unterausschusses Kinder. Erst im Anschluss lasse sich eine Arbeitsliste erstellen. "Es macht ja keinen Sinn, einen Platz zu sanieren, wenn die Kinder und Jugendlichen ihn gar nicht mehr haben wollen."

Eine glatte "5" erhielten die Bolzplätze auf dem Kirmesplatz in Grimlinghausen, am Norfer Weg in Uedesheim, auf dem Schützenplatz in Weckhoven, an der Gebrüder-Grimm-Schule in Erfttal, an der Maximilianstraße in Holzheim und am Zypressenweg in Rosellen. Sie haben nach Einschätzung der Begutachter "funktional erhebliche Einschränkungen", die möglicherweise sicherheitsrelevant sein könnten.

Allerdings handele es sich bei den meisten von ihnen um Festplätze, die auch als Bolzplatz genutzt würden. "Durch die unterschiedliche Nutzung können Unebenheiten auftreten und somit den Spielfluss behindern", teilt die Stadtverwaltung mit. Unebenheiten auf den Flächen könnten zu einem Stolpern führen.

Eine Jugendbeteiligung soll nun darüber Aufschluss geben, wo die Stadt aus Sicht der Nutzer als erstes aktiv werden müsste. "Wir wollen aber keine falschen Hoffnungen wecken", sagte Thomas Kaumanns, Sprecher der CDU-Fraktion. Die Grundsanierung allein eines Bolzplatzes koste 30 000 bis 40 000 Euro. "Wir können also nicht jeden Platz, der es nötig hätte, in den nächsten Jahren neu gestalten."

Das sieht auch Jugendamtsleiter Markus Hübner so. "Ich gehe davon aus, dass wir - wenn die Anregungen der Kinder und Jugendlichen vorliegen - ein, zwei Bolzplätze sanieren und einige andere aufpeppen."

Der Jugendhilfeausschuss hat deshalb beschlossen, 30 000 Euro aus dem 210 000-Euro-Etat, der für den Unterhalt der Spielplätze zur Verfügung steht, für diese Zwecke einzusetzen. Für den Bolzplatz am Zypressenweg ist schon jetzt Besserung in Sicht: Er gehört zum dortigen Kinderspielplatz, der im nächsten Jahr grunderneuert werden soll. Und bei zwei anderen dürfte es auch keine Beschwerden der Nutzer geben: Der Bolzplatz im neu eröffneten Uferpark hat eine glatte "1" erhalten, genau wie der Bolzplatz Am Henselsgraben in Rosellen.

Auch in Sachen Spielplätze gibt es positive Nachrichten: Die Spielflächen "Im Melchersfeld" in Gnadental und "St.-Anna-Heim/Rheydter Straße" im Stadionviertel werden doch nicht aufgegeben. Es hat sich laut Stadt herausgestellt, dass sie noch gebraucht werden. An der Josef-Selders-Straße wird hingegen ein ganz neuer Spielplatz entstehen.

Quelle: NGZ
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