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Neuss
Schmuckdesignerin mit Staatspreis

Neuss: Schmuckdesignerin mit Staatspreis
Gold und Seide hat die Schmuckdesignerin Uli Biskup für ihre preisgekrönten Ohrringe verwendet. Die Neusser Goldschmiedin wurde schon zum zweiten Mal mit dem Staatspreis "Manu Factum" ausgezeichnet. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Die Neusserin Ursula Biskup überzeugte die Fachjury für den NRW-Staatspreis fürs Kunsthandwerk "Manu factum" in der Kategorie Schmuck mit einem Paar Ohrringe, das aus Gold und Seide besteht. Sie gewinnt schon zum zweiten Mal. Von Christian Kandzorra

Die Neusser Goldschmiedin und Schmuckdesignerin Ursula Biskup hat hohe Ansprüche an sich selbst. "Manchmal bin ich auch ein bisschen perfektionistisch", gibt sie zu. Doch ohne den Hang zum Perfekten wäre sie in ihrem Handwerk wohl nicht so weit gekommen. Die 50-Jährige zählt zu den sechs Preisträgern, die sich mit ihren Werken jetzt gegen insgesamt 436 Gestalter durchsetzen konnten und sich den NRW-Staatspreis fürs Kunsthandwerk "Manu factum" holten. Dieser Preis wird alle zwei Jahre in verschiedenen Kategorien verliehen. Ursula Biskup hat die Jury im Bereich Schmuck mit ihrem selbst entworfenen und hergestellten Werk "Sterntaler 2" überzeugt.

Dabei handelt es sich um ein Paar Ohrringe, das aus Gold und Seide besteht. An dem Schmuck tüftelte die Grimlinghausenerin mehrere Tage - und stellte damit jede Menge Geduld und Fingerspitzengefühl unter Beweis. Denn die Ohrringe sind gerade einmal je 4,5 Zentimeter groß. "Sie bestehen aus vier unterschiedlich großen, runden, papierdünnen, aber zugleich harten Goldblechen, die karreeartig durch grüne Seidenfäden verbunden sind", erklärt Biskup, die sich schon vor 16 Jahren als studierte Schmuckdesignerin selbstständig gemacht hat.

Überzeugt hat die Jury die Ohrringe unter anderem auch deshalb, weil die grüne Seide die einzelnen Plättchen nicht nur an insgesamt fünf Knotenpunkten miteinander verbindet, sondern die Bleche auch rosettenartig umwickelt und sie dadurch besonders dekorativ wirken. "Das ist eine besondere technische Verbindung; eine Verknüpfung von Goldschmiede- und Textiltechnik", erzählt Ursula Biskup, die sich die technische Kombination übrigens in etlichen Stunden selbst angeeignet hat.

Ein bisschen stolz ist sie auf die zweite Auszeichnung dieser Art schon - auch wenn sie sich bescheiden gibt. "Erst durch eine Änderung ist es seit diesem Jahr möglich, den Preis auch zweimal zu gewinnen", erzählt die 50-Jährige, die bis 2012 gemeinsam mit einer Kollegin eine Werkstatt an der Michaelstraße in der Innenstadt betrieben hatte.

Dort hatte sie Schmuck für den Endverbraucher auf Entwurf gefertigt. "Danach habe ich mich allerdings auf eigene Wege begeben. Heute verkaufe ich meinen Schmuck nur noch an Wiederverkäufer und bin deshalb regelmäßig auf Fachmessen unterwegs", berichtet Ursula Biskup, die viel Herzblut in die oft filigranen Schmuckstücke steckt.

Spezialisiert hat sie sich in den vergangenen Jahren auf leichten Schmuck und reduzierte Formen. Einmal im Jahr stellt sie ihren Ohr- und Halsschmuck auf der Münchner Messe "inhorgenta" aus, die Besucher aus der ganzen Welt anzieht. Manchmal sind die Werke der Staatspreisträgerin aber auch in Galerien zu sehen.

Quelle: NGZ
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