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Neuss
Schützen-Export: Neusserin wird im Sauerland Königin

Neuss. Es war ein bisschen wie "Shopping-Queen": Kathrin Rheidt (26), Spross einer Neusser Schützenfamilie, hatte knapp drei Stunden Zeit, um sich von einer Besucherin des Schützenfestes im sauerländischen Niederense zur Schützenkönigin der dortigen St.-Hubertus-Schützenbruderschaft zu verwandeln. Kleid, Blumenschmuck, Frisur - alles musste in Rekordzeit erledigt werden. Anlass für die Hektik: Freund Matthias Fornahl (32) hatte in seiner Heimatgemeinde kurzentschlossen mittags den Vogel abgeschossen und wurde noch am Nachmittag dieses letzten Festtages gekrönt. "Er wusste wohl, dass ich jemand bin, der das mitträgt", sagt Rheidt, die "ins allerkälteste Wasser gestoßen wurde".

Seit einem Jahr sind der Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg und die angehende Lehrerin für Deutsch und Religion ein Paar. Zusammengezogen sind sie noch nicht. Allerdings schließt die Neusserin das nicht aus, die als einen Vorteil ihrer neuen Würde ansieht, "dass ich mir eine eigene Position im Dorf erarbeiten kann und viele Menschen hier kennenlerne." So, wie sie ein sauerländisches Dorfschützenfest erst kennenlernen musste. Und das Programm geht weiter: Das Bundesschützenfest im September wartet auf sie - und vorher das Bezirksschützenfest. Das wird Ende August gefeiert, so dass das "Rösken" aus Neuss den Fackelzug der Neusser Bürgerschützen verpassen wird. "Leider", wie sie betont. Aber ganz wird sie nicht auf das Schützenfest in der Heimatstadt verzichten müssen. Ihr Freund wird Ende Juli beim Majorsehrenabend der Neusser Grenadiere als Gastmarschierer in den Zug "Nüsser Sprößlinge" eingeführt. Dorthin nimmt ihn Rheidts Vater Thomas mit. Aber das weiß der Sauerländer zumindest offiziell noch nicht.

(-nau)
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