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Neuss
Schützen warten auf Böller-Freigabe

Neuss. Ob die Geschütze 2016 wieder die Heimatfeste einschießen dürfen, ist offen. Von Ludger Baten

Im Mai beginnt die Schützensaison. Ob dann, wie es in Neuss und anderswo Tradition ist, die Volks- und Heimatfeste wieder eingeböllert werden, bleibt offen. Noch liegen die Prüfergebnisse nicht vor, die erklären sollen, wie es zum Unfall im sauerländischen Menden-Marsberg kommen konnte. Dort barsten Anfang Juli vergangenen Jahres beim Abfeuern zwei Kanonen, umherfliegende Teile verletzten dabeistehende Menschen und töteten den 30-jährigen Schützenkönig. Seither wird das Böllern zur Eröffnung der Schützenfeste abgesagt oder erfolgt im weiten Abstand zu den Zuschauern - auch im Neusser Stadtgebiet schweigen seit Juli 2015 die Geschütze.

Die Stadt ist vorbereitet, das Einböllern wieder vorzunehmen. Alle städtischen Kanonen sind dienstbereit, die Dienstpläne sind erstellt, allein es fehlen die Erkenntnisse, die aus der Untersuchung der Unglückskanonen zu ziehen sind. Erst wenn die vorliegen, wird im Rathaus eine Entscheidung getroffen. So informierte jetzt Uwe Neumann, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, die Vertreter der 19 Neusser Schützenvereine, Bruderschaften und Kirmesgesellschaften. Parallel wird die Stadtverwaltung mit dem Beschussamt in Köln Kontakt aufnehmen, um die Sicherheitsstandards dem Stand der Technik und der Erkenntnisse anzupassen. "Wir wollen Böllern", versicherte Neumann. Er sei auch optimistisch, dass bis zum Beginn der Schützensaison alle Fragen beantwortet seien, "so dass wir im Mai loslegen können".

Traditionell treffen sich zu Jahresbeginn auf Einladung des Neusser Bürger-Schützen-Vereins (NBSV) die Vertreter aller 19 Neusser Vereine zum Gedankenaustausch. Sie repräsentieren 15.000 Schützen und 5000 Musiker, die bei den 19 Festen im Stadtgebiet aufziehen. Offenbar drücken die Schützen aktuell keine allzu großen Sorgen. Die Zusammenkunft, die NBSV-Schatzmeister Robert Rath leitete, der Präsident Thomas Nickel und Vizepräsident Martin Flecken vertrat, war in Rekordzeit von 20 Minuten beendet.

Quelle: NGZ
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