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Neuss
Sekundarschule: Eltern fordern Gesamtschule

Neuss: Sekundarschule: Eltern fordern Gesamtschule
Die Sekundarschule an der Gnadentaler Allee wird für insgesamt 6,3 Millionen Euro erweitert und saniert. Gestern war Richtfest. FOTO: A. Woitschützke
Neuss. Zum Richtfest an der Gnadentaler Allee übergibt die Schulpflegschaft eine Unterschriftenliste. Sie besteht auf einer selbstständigen Schule. Von Christoph Kleinau

Beim Richtfest gestern stand noch "Sekundarschule Neuss" auf dem "Klingelschild" an der Gnadentaler Allee, zur Fertigstellung der millionenschweren Investition im nächsten Jahr könnte sich das schon geändert haben. Denn die Schulpflegschaft hat den Anstoß zu einer Umwandlung dieser Schule des längeren gemeinsamen Lernens in eine Gesamtschule gegeben. Gut 70 Unterschriften, die gestern Bürgermeister Reiner Breuer auf der Baustelle übergeben wurden, drücken den Wunsch einer Umwandlung für den Fall aus, dass Sekundarschulen in Neuss keine Zukunft haben.

Ähnliche Aktivitäten gebe es auch in der Elternschaft der Comeniusschule an der Weberstraße, der zweiten Sekundarschule im Stadtgebiet, sagt Breuer. Er arbeitet mittelfristig auf ein Zwei-Säulen-Modell in der Landschaft der weiterführenden Schulen hin. Das soll neben den Gymnasien nur noch Gesamtschulen kennen. Am 30. Juni im Schulausschuss könnte das schon Thema sein. Er wolle aber verhindern, so Breuer, dass das Thema Gegenstand parteipolitischen Gezänks wird. "Ich will versuchen, mit den Fraktionen einen Fahrplan zu verabreden, wie man den Umbau der Schullandschaft einvernehmlich abschließen kann", sagt Breuer.

Eigentlich würden es die Eltern gerne sehen, wenn die Sekundarschule Neuss Bestand hätte, sagt Stefan Evening, der Schulpflegschaftsvorsitzende. Aber nur 24 Anmeldungen für das kommende Jahr und die Tatsache, dass die Schule auch im vierten Jahr ihres Bestehens mit Kindern aufgefüllt werden muss, die lieber auf eine Gesamtschule wechseln wollten, will auch die Schulpflegschaft nicht ignorieren. Sie knüpft die Zustimmung zur Umwandlung aber an eine Bedingung: selbstständig muss diese Schule sein. Sie in die Dependance einer bestehenden Gesamtschule umzuwandeln, sei, so Evening wörtlich, die schlechteste Lösung.

Ausschließen aber kann Breuer diese Option nicht. Die Stadt habe bei der Bezirksregierung sondiert, ob die "Noch-Sekundarschule" auch als Dependance der Gesamtschule an der Erft in Reuschenberg betrieben werden könnte. Im Schulausschuss am 30. werde die Verwaltung dazu berichten. Sollte die Politik die Umwandlung in eine selbstständige Gesamtschule anstreben, müsste das - mit Blick auf den ältesten Schülerjahrgang - noch in diesem Jahr entschieden werden.

Evening wie auch Joachim Heinemann vom Förderverein der Sekundarschule, die alle denkbaren Optionen schon an einem Elternabend vorgestellt haben, fürchten die Dependance-Lösung, weil sie glauben, dass die Jahrgänge der Sekundarschule sozusagen eingekapselt und bis zur Schulentlassung nach diesem Konzept beschult würden. Erst die nachfolgenden Jahrgänge würden "echte" Gesamtschüler werden.

Geht die Sekundarschule den Weg der Umwandlung, will Breuer das Feld insgesamt bereinigen und auch die Comeniusschule auf diesen Weg bringen. "Es macht keinen Sinn, eine Sekundarschule als Restschule zu belassen", sagt er.

Quelle: NGZ
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