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Neuss
Selbsthilfe stärken bei psychischen Problemen

Neuss: Selbsthilfe stärken bei psychischen Problemen
FOTO: Paritätischer
Neuss. In der Kontaktstelle Meererhof bereitet Barbara Shahbaz die Gründung weiterer Selbsthilfegruppen vor. Der Anstoß dazu kommt von außen. Von Christoph Kleinau

Viele Menschen ahnen nicht, was Selbsthilfe leisten kann. Gerade in schweren Stunden, wenn Familien mit Themen wie Krankheit oder Tod umgehen lernen müssen. Beim Paritätischen Wohlfahrtsverband weiß man das seit Jahren, denn der Paritätische unterhält am Meererhof eine Kontakt- und Beratungsstelle, in der sich seit kurzem mit der Sozialarbeiterin Barbara Shahbaz eine neue Mitarbeiterin dieser Aufgabe stellt. Sie ist gerade dabei, eine Handvoll neuer Selbsthilfegruppen über die Startschwierigkeiten hinwegzuhelfen. "Die Selbsthilfe ist vielseitig", sagt Shahbaz.

Dass Krankheit und Lebenskrisen belasten, oft Angst machen und viel Kraft kosten, fordert auch die Krankenkassen heraus. Die AOK Rheinland/Hamburg zum Beispiel lädt am morgigen Mittwoch ab 17.30 Uhr in ihre Zentrale an der Oberstraße zu einem Vortrag mit Resilienztrainer Nicola de Nittis ein. Resilienz meint dabei die innere Widerstandskraft, die Menschen helfen kann, Niederlagen unbeschadet zu überstehen - wenn andere an solchen Krisen zerbrechen. Der Referent wird Möglichkeiten aufzeigen, wie man Belastungen besser meistern kann. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung unter 02131 293-302 oder per Mail an angelika.mueller2@rh.aok.de.

Das Aha-Erlebnis solcher Vorträge ist das eine, die kontinuierliche Unterstützung in einer Gruppe Gleichbetroffener eine andere Seite von Selbsthilfe. "Selbstaktive Menschen haben die Hoffnung, selbst etwas zur Lösung ihres Problems und der Besserung ihrer Lebenssituation beitragen zu können", sagt Shahbaz. Deshalb würden sie den Kontakt zur einer Gruppe suchen, in der sie mit ihrem Problem auf Verständnis hoffen dürfen. Diesen Ansatz will sie stärken.

Derzeit bestehen schon Gruppen zu gesundheitlichen Themen wie Diabetes, Schlaganfall oder Adipositas (Fettleibigkeit), dazu Suchtgruppen oder Gruppen mit Angehörigen psychisch kranker Menschen. Ein Spektrum, das noch nicht alle Facetten abdeckt. Deshalb sind weitere Gruppen in Vorbereitung. Stets komme die Anregung dazu von den Betroffenen selbst, sagt Shahbaz.

Beziehungssucht Diese Gesprächsgruppe will die gegenseitige Unterstützung sowie Stärkung von Menschen forcieren, die in einer Beziehung leben, die ihnen schadet und die sie dennoch nicht beenden können. "Beziehungssüchtige sind blind für die eigenen Bedürfnisse. Sie kümmern sich vorrangig um die Bedürfnisse des Partners. Sie erledigen Aufgaben, die dieser sehr gut alleine erfüllen kann und machen sich unverzichtbar", sagt Shahbaz. Das könne bis zur Selbstaufgabe gehen. Ein Ziel der Gruppenarbeit sei daher, "eine gesunde und liebevolle Beziehung zu sich selbst aufzubauen".

Angst- und Panikattacken "Eine Neusser Bürgerin möchte eine Selbsthilfegruppe für Betroffene mit mikrovaskulärer Angina Pectoris gründen", sagt Shahbaz. Die neue Gesprächsgruppe will gegenseitige Unterstützung, Erfahrungsaustausch und Stärkung bieten.

Asperger-Syndrom Der Anstoß zu diesem neuen Gesprächskreis geht von einer Mutter aus. Sie möchte mit Eltern von Kindern mit Asperger-Syndrom in Kontakt kommen. Asperger-Syndrom ist eine Form der autistischen Störungen und stellt Eltern vor besondere Herausforderungen in der Alltagsbewältigung.

Für alle Gruppen gilt, dass sie in der Anfangsphase von Mitarbeitern des Selbsthilfe-Büros begleitet werden. Der Besuch der Treffen ist jeweils kostenlos. Interessenten melden sich im Selbsthilfe-Büro Neuss am Meererhof unter 02131 27098 oder per E-Mail an selbsthilfe-neuss@paritaet-nrw.org.

Quelle: NGZ
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