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Neuss
Sels-Museum: Verwaltung attackiert Rohmer

Neuss: Sels-Museum: Verwaltung attackiert Rohmer
Bleibt ein Stein des Anstoßes: das Clemens-Sels-Museum. FOTO: Woitschützke, Andreas
Neuss. Die Reaktion Hartmut Rohmers ließ an Klarheit nichts zu wünschen übrig: Ein "Konglemerat von Irreführungen" habe die Verwaltung vorgelegt, mit falschen Behauptungen, die zum Teil "niederträchtig" seien, und denen der Vorsitzende des Kulturausschusses und SPD-Ratsherr in der gestrigen Sitzung in einer dreiseitigen Stellungnahme mit Bezug auf Daten und Zitaten von schriftlichen Aussagen begegnete.


Was war passiert? Andreas Galland, Justiziar im Bereich Planung und Bauordnung und verantwortlich für die Untere Denkmalschutzbehörde, hatte einen Tag vor der Sitzung einen sechsseitigen Sachstandsbericht zur Situation des Clemens-Sels-Museum vorgelegt, der allein auf fast vier Seiten das Organisationsprinzip des für die Unterschutzstellung zuständigen Landschaftsverbandes (LVR) vorstellte.

Reichlich Zündstoff

Zündstoff aber steckte in anderen Aussagen: "... ist die laufende Prüfung der Denkmalwürdigkeit das unmittelbare Ergebnis der Anfrage (-n) des Vorsitzenden des Kulturausschusses"; das Vorhaben der Stadt Neuss, die weiteren Vorgehensweisen mit dem Leiter der Bau- und Denkmalpflege des LVR "informell zu erörtern, wurde obsolet", weil Rohmer sich an die Abteilung Inventarisation des LVR "wandte und dort auf eine Aussage zur Denkmaleigenschaft des Museums gedrängt haben soll". Das konterte Rohmer mit Belegen, dass zu diesen Zeitpunkten in Neuss schon eine Anfrage eines Bürgers zum Denkmalschutz vorgelegen habe. Zudem habe der LVR ihm per Mail bestätigt, dass damals schon "die Absicht der Stadt Neuss, eine schriftliche Anfrage zum Denkmalwert /.../ stellen zu wollen, /.../, lediglich mündlich angekündigt" worden sei. Galland blieb bei seiner Darstellung, dass Rohmers Nachfragen die Idee, bei den Sanierungsmaßnahmen "die Denkmalwürdigkeit vielleicht außen vor lassen zu können", zerstört habe.

Offensichtlich waren die anderen Parteien im Ausschuss aber nicht an einer Klärung des Sachverhaltes interessiert. Im Gegenteil: Rohmer musste sich von der CDU-Vertreterin Ursula von Nollendorf die Frage gefallen lassen, woher er denn überhaupt das Mandat hatte, diese Nachfragen zu machen.

Rohmer konnte nur den Kopf schütteln: "Vor zweieinhalb Jahren wurde von der CDU der Auftrag erteilt, einen Sachstandsbericht zur Sanierung des Museums vorzulegen." Passiert sei nichts, also habe habe er nachgeforscht und Akteneinsicht verlangt. Und als Ratsherr, so ergänzte er, könne er jederzeit nachfragen, wenn er das Gefühl habe, dass die Verwaltung den von ihr verlangten Aufgaben nicht nachkomme.

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