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Shakespeare-Festival 2016
Shakespeare-Stück als spannende Abenteuergeschichte

Shakespeare-Festival 2016: Shakespeare-Stück als spannende Abenteuergeschichte
Die Puppenspieler Elke Schmidt und Christian Schweiger bleiben sichtbar - auch wenn Caliban und Diener Stephano den Ton angeben. FOTO: Christoph Krey
Neuss. Das Seifenblasen-Figurentheater hat Shakespeares Stück "Der Sturm" für Kinder bearbeitet und zeigt die Arbeit beim Festival. Von Philipp Schlüter

Große Kinderaugen und erwartungsfrohe Blicke sieht man bei diesen Aufführungen zur Genüge. Zum ersten Mal gibt es beim Shakespeare-Festival auch eine eigene Aufführung für die Kleinen. Das Seifenblasen-Figurentheater aus Meerbusch wagt sich in Abstimmung mit Rainer Wiertz, Organisator des Shakespeare-Festivals und Kulturreferent der Stadt Neuss, an Shakespeares Stück "Der Sturm". Die Auftragsproduktion mit dem leicht abgeänderten Titel "Der Sturm oder die Insel der zauberhaften Wesen" soll einen kindergerechten Zugang zu einem Drama des englischen Dichters anbieten und zudem Begeisterung wecken. Insgesamt 100 Kinder und Eltern haben Platz vor der Bühne in der Wetthalle, wo die insgesamt zehn Vorstellungen stattfinden.

Shakespeares Stücke sind in ihrer Komplexität für Kinder nicht leicht zu fassen. Die Stücke des englischen Dramatikers, der vor genau 400 Jahren starb und somit auch 2016 zum Shakespeare-Jahr macht (nachdem 2014 sein 450. Geburtstag gefeiert wurde), muss man auf einen einfachen Kern reduzieren, wenn man das ganz junge Publikum erreichen will: den Handlungsstrang herausschälen und der Sprache einen Teil ihrer Erhabenheit nehmen. Weil das allen Mitwirkenden bewusst ist, funktioniert das bei der Premiere des Figurentheater-Stücks wunderbar.

So waren die Stücke beim Shakespeare-Festival 2016 FOTO: Björn Hickmann

Elke Schmidt und Christian Schweiger vom Seifenblasen-Figurentheater, die schon seit vielen Jahren ihren Puppen mit Feingefühl und Professionalität Leben einhauchen, erzählen Kindern und Eltern eine Geschichte von Verrat, Liebe und Aussöhnung. Dabei kommt der Spaß nicht zu kurz. In dem Stück geht es um den mailändischen Herzog Prospero, der, gestützt von seinem Bruder Antonio, mit seiner Tochter Miranda auf einer Insel strandet. Dieses Exil macht er zu seinem neuen Reich. Der zappelig-lustige Luftgeist Ariel und das sonderbare Fischkrötenwesen Caliban werden zu seinen Dienern.

Als dann zwölf Jahre später Prosperos Bruder und der König von Neapel, der sich damals auch gegen Prospero verschworen hatte, mit ihren Schiffen an der Insel des Gestürzten vorbeisegeln, ist der Zeitpunkt der Rache gekommen. Ein von Ariel gerufener Sturm, spült die Schuldigen vom Schiff auf die Insel, und die Geschichte nimmt an Fahrt auf. Nur Prospero hat eine menschliche Gestalt. Elke Schmidt wirft sich einen Mantel über und verwandelt sich in den Zauberer.

Shakespeare-Festival 2016: das Programm FOTO: Christoph Krey

Das "Spiel mit Figuren, Menschen und Schatten" überzeugt durch seine Lebendigkeit und durch die Erfahrung der Figurenschauspieler. Atmosphärisch dicht, spannend und mit Witz bietet es eine Stunde bester Unterhaltung.

Info Karten gibt es noch für den 6. und 13. Juni um 9.30 Uhr (ab sechs Jahre).

Quelle: NGZ
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