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Neuss
Sicherheitskonzepte auf Prüfstand

Neuss: Sicherheitskonzepte auf Prüfstand
Jugendliche sorgten mehrfach am Amtsgericht für Probleme. FOTO: Archiv
Neuss. Nach den Kölner Vorkommnissen an Silvester sind die Karnevalisten gefordert. Bürgermeister Reiner Breuer hat die Überprüfung der Sicherheitskonzepte für alle Großveranstaltungen angewiesen. Gleichzeitig rät er zur Besonnenheit.  Von Christoph Kleinau

Die Vorkommnisse und sexuellen Übergriffe vor allem nordafrikanischer Männer auf Frauen in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof dürften von niemandem als Vorwand genutzt werden, um das Recht in die eigene Hand zu nehmen und etwa Bürgerwehren zu bilden. "Die Strafverfolgung ist und bleibt Aufgabe der Polizei", sagt der Bürgermeister.

Gleichwohl würden diese Vorkommnisse ein neues Phänomen darstellen, mit dem sich die Verantwortlichen vorbeugend beschäftigen müssen, sagte Breuer. "Wir wollen keine Einschränkungen im öffentlichen Leben", sagte er.

Seine Anweisung zur Überprüfung der Sicherheitskonzepte betrifft zuvorderst die Verantwortlichen im Präsidium des Karnevalsausschusses (KA), der als Dachverband für die Neusser Gesellschaften den Straßenkarneval organisiert. Dazu zählt der Rathaussturm am Weiberfastnachtstag, vor allem aber der Kappessonntagszug, der nach Einschätzung von KA-Präsident Jakob Beyen wieder über 100.000 Menschen in die Innenstadt ziehen wird. "Wir haben hier keine Kölner Verhältnisse, trotzdem müssen wir darüber reden", erklärt Beyen, der heute um 11 Uhr zur Besprechung des Sicherheitskonzeptes ins Rathaus eingeladen ist.

Dort liegt der Konzeptentwurf seit September vor. KA-Geschäftsführer Carsten Dorweiler, Autor dieser Arbeit, hätte gerne gesehen, dass die Genehmigung noch im alten Jahr über die Bühne gebracht wird. Er macht sich aber auch jetzt keine Sorgen, die erforderliche Zustimmung für das KA-Konzept zu finden. "Ich wüsste nicht, wie man sich mit dem Sicherheitskonzept auf solche Vorfälle einstellen könnte", sagte er. Zumal Überwachungsmittel wie Videokameras oder dergleichen der Polizei vorbehalten sind.

Vorbeugend hat sich der KA allerdings schon mit dem Konfliktherd Nummer eins der vergangenen Jahre beschäftigt. Nachdem es zwei Mal vor dem Amtsgericht Probleme mit alkoholisierten Jugendlichen gegeben hat, wurden nun alle weiterführenden Schulen angeschrieben. Inhalt des Briefes: Jugendliche, die feiern wollen, seien herzlich willkommen - wenn sie sich an die Spielregeln halten. Auch mit der Leitung des Amtsgerichtes wurde gesprochen. Der KA werde verstärkt Ordner eines Sicherheitsdienstes einsetzen, sagte Präsident Beyen.

Unabhängig vom Veranstalter sieht Breuer vor allem die Polizei gefordert. "Ich denke, dass ich dazu bald mit dem Landrat als Polizeichef zusammenkommen werden."

Quelle: NGZ
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