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Neuss
Silvesterkonzert in St. Quirin verträgt eher größeres Ensemble

Neuss. Exakt seit 20 Jahren gibt es in der Neusser Quirinusbasilika Silvesterkonzerte, und auch dieses Mal war der Besucherandrang ungebrochen hoch. Erstmals aber begann Münsterkantor Joachim Neugart, Initiator dieser wertvollen Konzertreihe, den "Jahreswechsel mit Bach" mit einer persönlichen Erklärung.

Er hatte einem Freund versprochen, die im Programm abgedruckte Kantate zum Reformationstag "Ein feste Burg ist unser Gott" aufzuführen. Dessen Erkrankung führte aber zu einer letztlich sehr sinnvollen Programmänderung: Es erklang der Eingangschor der Kantate "Schwingt freudig euch empor" (BWV 36), die Johann Sebastian Bach 1731 in Leipzig für den 1. Advent komponierte. Und auch die instrumentale Besetzung kam dem neugegründeten Barockensemble "Sonare Neuss" mit zwei Oboen (Stefanie Sassenrath, Felix Neugart), zwei Violinen (Iva Brockmann, Simon Spillner), Viola (Martin Börner), Violoncello (Anna Stuart), Kontrabass (Johannes Neugart) und Joachim Neugart (künstlerische Leitung, Cembalo, Orgel) eher entgegen. Den Chor bildete das aus vier Solisten professionell ausgerichtete Vokalensemble "Cantus Neuss".

Aber zunächst schwang sich alleine der Bassist (Sebastian Klein) freudig empor, Katarzyna Wilk (Sopran), Ute Weitkämper (Alt) und vor allem Leonhard Reso (Tenor) blieben trotz Meisterung der virtuosen technischen Anforderungen erstaunlich verhalten.

Das änderte sich zum Glück in der Bach-"Messe in g-Moll" (BWV 235). Die sogenannte lutherische Messe besteht nur aus Kyrie und fünfsätzigem Gloria. Dabei konnte auch der Tenor im Solo "Qui tollis peccata mundi" mit wunderbarer Solooboe überzeugen. Weil die Messe kein Solo für den Sopran hat, durfte Katarzyna Wilk sich endlich in der ersten Arie der Adventskantate "Bereitet die Wege" (BWV 132) freisingen - bei gleicher höchst zuverlässiger instrumentaler Begleitung wie in der Kantate BWV 36. Glänzend die Solistin Stefanie Sassenrath bei Bachs "Konzert für Oboe und Streicher g-Moll". Auch das eine Premiere: Wann hat eine amtierende (Schützen-)Königin ihr "Volk" makellos und stimmungsvoll (im Largo) in das neue Jahr geleitet? Wiederum als Chor sangen die vier Solisten den Eingangschor zur Kantate 5 des Weihnachtsoratoriums "Ehre sei dir Gott gesungen". Bei allem Wohlklang fehlte in der weiten Basilika das Volumen eines größeren Ensembles.

Das galt auch für die Zugabe "Denn es ist uns ein Kind geboren" aus Georg Friedrich Händels "Der Messias". Gleichwohl gab es langanhaltenden Applaus.

(Nima)
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