| 09.40 Uhr

Deutsche Meisterschaft in der Skihalle Neuss
Auf die Matratze, fertig, los!

NGZ-Redakteure testen Matratzen Downhill in der Skihalle
NGZ-Redakteure testen Matratzen Downhill in der Skihalle FOTO: Woitschützke, Andreas
Am Samstag treffen sich 20 Teams in der Skihalle Neuss, um auf Matratzen die Piste hinunter zu rutschen. Es geht um nicht weniger als die Deutsche Meisterschaft. Wir haben getestet, worauf es bei der kuriosen Wintersportart ankommt. Von Andreas Buchbauer und Simon Janssen, Neuss

Dagegen ist Couchsurfen was für Weicheier. "Matratzen-Downhill" lautet das Zauberwort, dahinter verbirgt sich ein ungewöhnlicher und im positiven Sinn durchgeknallter Wintersport. Statt auf einen Rodel schwingen sich die Athleten auf eine Matratze und rutschen eine Skipiste runter - und damit es besser flutscht, ist die Matratze in eine Folie gehüllt. In der Skihalle Neuss geht's am Samstag gar um die Deutsche Meisterschaft. 20 Teams treten ab 10 Uhr gegeneinander an, ein DJ sorgt für die passenden Beats, abends wird gefeiert. Die NGZ-Redaktion hat den Matratzen-Sport auf Schnee getestet.

Der Parcours

Im Wintersport ist es wie generell beim Sport in den Bergen: Man fängt besser klein an. Ein Bergsteiger erklimmt ja auch nicht gleich den Mount Everest. Für unseren Test geht's auf den Rodel-Abschnitt in der Skihalle Neuss, wir wählen eine Strecke ganz ohne Kurven. Fast schon Crash-sicher. Bei der Deutschen Meisterschaft wird es natürlich ungleich schwieriger zugehen. Es wird extra ein Parcours angelegt, und der wird kurvig sein. Unsere erste Testfahrt zeigt bereits: Genau im Lenken liegt die Schwierigkeit. Geschwindigkeit bekommt man schnell - einfach mit dem Bauch voran auf die Matratze stürzen und es geht talabwärts. Gelenkt wird mit den Füßen im Schnee. Auf geht's, gute Fahrt!

Das Sportgerät

Die mit Folie umhüllte Matratze ist so etwas wie ein kleiner Pisten-Ferrari. Erste Frage: Mit dem Kopf oder mit den Beinen voran? Antwort: Wenn die Beine hinten sind, lenkt es sich leichter. Kopf voran, ein bisschen wie beim Skeleton, ist also die vermutlich bessere Wahl. Denn so lässt sich beim Start mehr Geschwindigkeit gewinnen. Zweite Frage: Wie kommt man schnell auf Touren? Einen Anschieber wie beim Bobfahren gibt es schließlich nicht. Antwort: Ruhig mit etwas Schmackes auf die Matratze stürzen. Zur Sicherheit kann man natürlich einen Helm tragen.

Der Untergrund

Wintersportler wissen: Schnee ist nicht gleich Schnee. Um die passende Beschreibung für den Untergrund zu finden, empfiehlt sich vielleicht ein Blick nach Schottland. Denn es sind mitnichten die Inuit, die die meisten Wörter für Schnee haben. Wissenschaftler der Universität Glasgow haben herausgefunden, dass sich in der schottischen Sprache 421 Wörter für Schnee finden. Das ist angeblich Weltrekord. Aber selbst den wortschneereichen Schotten mangelt es an einer passenden Bezeichnung für den Untergrund, über den es ins Tal geht. Der Boden für den Matratzen-Downhill in der Skihalle ist feinster Neusser Pulverschnee. Wenn die Schotten dafür noch ein Wort finden, haben sie schon 422 Begriffe für Schnee.

Der Wettbewerb

Vier gewinnt - so viel steht schon mal fest. Denn bei den Teams handelt es sich jeweils um Matratzen-Sportler-Quartetts. Eine Mannschaft kommt extra aus Süddeutschland angereist (wahrscheinlich in Autos und nicht per Matratze). Einzeln rutschen die Teilnehmer die Piste hinunter. Wenn sie unten ankommen, ist es wie bei der Aufbewahrung von gutem Käse - die Glocke ist entscheidend. Die müssen sie nämlich läuten, damit das nächste Teammitglied starten darf. Zunächst gibt es Vorrunden, an die sich ein K.o.-System anschließt. Untermalt wird die Szenerie mit Musik von DJ Chris.

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Die Tricks

Man nehme eine Ecke Butter oder einen Löffel Öl! Nein, das sind nicht die ersten Schritte eines Kuchenrezeptes, sondern Zutaten, die Schlittenkufen schneller gleiten lassen. Profis setzen natürlich auf Wachs, je nach Untergrund ist die Wahl aber eine Wissenschaft für sich. Aber gilt das auch beim Matratzen-Downhill? Laut Projektleiter Hauke Bochem bringt diese Art von Tuning wenig. "Die Taktik ist entscheidend, also zum Beispiel der Start und die jeweiligen Übergänge", sagt der Experte. Bei den Übergängen können sich die Teilnehmer vielleicht Tipps von DJ Chris holen.

Quelle: NGZ
 
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