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Interview mit Skihallen-Betreiber
"Wir wollen zeigen, was möglich ist"

Skihalle Neuss: Was die Betreiber mit der Attraktion planen
August Pollen (r.), der das Allrounder Mountain Resort mit Johannes Janz als Geschäftsführender Gesellschafter leitet, spricht über Groß-Events wie das Big Air in Mönchengladbach, das die Skihalle veranstaltet. FOTO: Arag Big Air/Jochen Rolfes
Neuss. Die Skihalle Neuss gehört zu den Top-Tourismuszielen in der Region. Im Interview mit unserer Redaktion spricht Geschäftsführer August Pollen über Wachstum und Groß-Events wie das "ARAG Big Air". Von Frank Kirschstein und Andreas Buchbauer

Am 1. und 2. Dezember lockt das "ARAG-Big-Air"-Spektakel zum zweiten Mal nach Mönchengladbach. Die Allrounder Mountain Resort GmbH ist - wie schon bei der Premiere 2016 - Veranstalter. Wie groß ist der Aufwand?

August Pollen: Wir reden über eine immense Logistik. Wir verwandeln das Areal am Sparkassenpark in Mönchengladbach in einen Weltcup-Ort. Die besten Snowboarder und Freestyle-Skifahrer der Welt werden sich messen und spektakuläre Sprünge zeigen, dabei geht es neben den Weltcup-Punkten auch um die Ticketvergabe für die Olympischen Spiele 2018. Natürlich brauchen die alle ein Bett, etwas zu essen, die unterschiedlichsten Transporte, einen minutengenauen Ablauf mit allen Gewerken - also eine Rundum-Betreuung.

Nennen Sie bitte technische Details.
Pollen: Die Rampe, die wir aufbauen, ist 49 Meter hoch und 120 Meter lang, sie wiegt mehr als 400 Tonnen - ein echter Koloss und für die Zeit des Events das höchste Gebäude in Mönchengladbach, also ein statischer und genehmigungstechnischer "Leckerbissen". Neben dem sportlichen Wettkampf gibt es ein großes Event-Programm für alle Zuschauer, und abends wird bei Livekonzerten mit zwei absoluten Top-Acts gefeiert. Da kommt dann mit TV-Produktion, Pressearbeit, Kommunikation, Sponsorenakquise, Test- und Label Area und so weiter einiges zusammen.

Was kostet so ein Event?
Pollen:  Wir reden über ein Gesamtvolumen von 1,4 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr kamen 20.000 Besucher, abends traten die Beginner und die Sportfreunde Stiller auf. Wer kommt dieses Jahr?
Pollen:  Das steht zwar schon fest, aber wir werden es aus vertraglichen Gründen erst zu einem späteren Zeitpunkt kommunizieren können. Denn unsere Top-Acts spielen im Sommer unter anderem noch als Headliner bei großen Festivals. Ich kann aber schon so viel sagen: Auch wenn die Messlatte aus dem letzten Jahr enorm hoch ist: Gemeinsam mit unserem Partner, dem Sparkassenpark, haben wir wieder Hammer-Acts gewinnen können und legen auch hier noch eine Schippe drauf. Das wird sehr cool.

Die Idee zum Big-Air-Spektakel stammt von Allrounder. Wie kommt man auf so etwas?
Pollen Manchmal ist die Kneipe am Abend die beste Ideenschmiede. Johannes Janz ist ja seit Kindestagen auch mein bester Freund und wir gehen regelmäßig mal einen trinken und sammeln Ideen. Wir haben immer einen Zettel dabei, um sie aufzuschreiben. Manche davon werden später umgesetzt. Das Big Air war so eine Idee.

Aber die Idee muss man erst mal an den Mann bringen.
Pollen: Wir haben natürlich Erfahrung auf dem Gebiet, schließlich haben wir unter anderem schon das Snow-Event auf der Hindenburgstraße in Mönchengladbach, übrigens das erste Städte-Ski-Event überhaupt, und den Skilanglauf-Weltcup in Düsseldorf mit dem Skiweltverband FIS als Partner veranstaltet. Die Idee, die Snowboard- und Freestyle-Elite zu einem Big-Air-Weltcup in eine deutsche Großstadt zu holen, kam da auch direkt gut an. Man muss ja auch sehen: Wir bieten den vermutlich schneesichersten Weltcup weltweit. Und der Sparkassenpark in Mönchengladbach ist alleine wegen der Infrastruktur rund ums Fußball- und Hockeystadion sowie dem Know-how für Konzerte ein idealer Standort.

Was reizt Sie an solchen Events?
Pollen: Wir wollen zeigen, was möglich ist. Und für unsere Mitarbeiter sind neue Ideen und Projekte immer auch Motivation und Chance, etwas Besonderes und teilweise eben auch Einzigartiges zu schaffen. Freude an Innovation ist der Schmierstoff in vielen Ge- beziehungsweise Betrieben. Bei uns wahrscheinlich in besonderem Maße. Ich würde sogar sagen, es ist Teil unserer DNA. Außerdem gibt es meiner Kenntnis nach kein Unternehmen auf der Welt, das sich so umfassend mit Wintersport auseinandersetzt wie wir - und das 365 Tage im Jahr.

Inwiefern?
Pollen Unser Unternehmen hat ein Skigebiet, ein eigenes Ski-Hotel, eine Skischule, bietet Skireisen und Sportausrüstung an, verfügt über eine alpenländische Gastronomie, Aprés Ski und, und, und - alles unter einem Dach. Jedes Jahr haben wir bei uns rund 5000 Veranstaltungen, vom Kindergeburtstag über Familienfeiern, Tagungen und Markenpräsentationen großer DAX-Konzerne bis hin zum "ARAG Big Air". Wer, wenn nicht wir, sollte also solche Events angehen?

Großveranstaltungen wie das Big Air stoßen auch im Ausland auf Interesse. Wie äußert sich das?
Pollen: Es kommen zum Beispiel Observer - also Beobachter - über die FIS, denen wir einen Blick hinter die Kulissen des Events geben. Wir hatten 2016 zum Beispiel Gäste aus Kopenhagen, Südkorea und Bern dabei. In der nächsten Saison gibt es unter anderem in Bern mit Freestyle.ch eine Veranstaltung, die teilweise von unserer Veranstaltung inspiriert ist.

Gibt es Pläne, solche Events wie das "ARAG Big Air" selbst im Ausland zu vermarkten?
Pollen: Nein.

Die Schweiz ist ein gutes Stichwort. Von dort war mit Blick auf den Klimawandel und zunehmend unsichere Schneeverhältnisse kürzlich zu hören, man müsse in den Alpen über eine Skihalle wie in Neuss nachdenken.
Pollen: Eine Skihalle in einem alpinen Skigebiet - das wäre natürlich noch mal ein ganz anderes Konzept als in Neuss. Ähnlich wie etwa ein Hallenbad auf Mallorca vermutlich anders konzipiert wäre als in Neuss. Ich denke aber, dass die Alpenregion momentan noch anders denkt. Es handelt sich also allenfalls um Zukunftsmusik. Man darf auch nicht vergessen, die Alpen sind durch nichts zu ersetzen - und das ist auch gut so.

Wintersport ist das eine, die Sommersaison das andere. Johannes Janz und Sie haben die Skihalle Neuss inzwischen zu einem umfassenden Resort ausgebaut. In Kürze kommt ein Fun-Fußball-Parcours hinzu. Das erinnert an Fußballgolf.

Pollen: Ja, aber Johannes Janz und ich haben uns Fußballgolfplätze angeschaut und gedacht: Das ist es noch nicht. Wenn ich Fußball spiele, dann will ich den Ball nicht in irgendwelche Löcher schießen, sondern in Tore. Also haben wir ein Konzept entwickelt, mit dem wir Fußball neu interpretieren und wesentlich weiter gehen als Fußballgolf. Auf unserem Parcours werden Spielsituationen ganz neu zusammengestellt - inklusive Ballmaschine, die den Ball so serviert, dass man ihn wunderbar ins Netz hämmern kann. Zudem gilt es, knifflige und spannende Spielsituationen wie Torwartabschlag, Eckball, Freistoß, Doppelpass und so weiter zu lösen. Wir haben bereits Anfragen von Fußball-Bundesliga-Clubs, ob wir ihnen eine solche Anlage vor dem Stadion bauen können - dabei haben wir noch gar nicht eröffnet.

Wann geht's denn los?
Pollen: Im Sommer. Sie können also schon einmal Ihre Turnschuhe rauslegen.

Quelle: NGZ
 
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