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Neuss
Skulpturen und Fotografien

Neuss: Skulpturen und Fotografien
Die Künstlerin Edeltrauf Prüß stellt in Holzheim aus. FOTO: Detlef Drenker
Neuss. Edeltraut Prüß präsentiert ihre Arbeiten in der Galerie "amschatzhaus".

Die in in Düsseldorf lebende Künstlerin Edeltraut Prüß, findet ihre Motive häufig in der Natur. Schon in jungen Jahren fotografierte sie die Vielfalt von Landschaften mit ihrer ersten Kamera. Insbesondere auf ihren späteren Reisen durch ganz Europa fing sie detailreiche Motive ein, die später in Malerei umgesetzt wurden. Ihre besondere Sichtweise der Welt zeigt die neue Ausstellung in der Galerie "amschatzhaus" in Holzheim, die den Titel "wegwandern" trägt. Gezeigt wird eine Auswahl aus ihrem Gesamtwerk, Fotografien von Flusslandschaften, Porträts und urbanen Räume sowie Skulpturen.

Surrealistisch mutet das Bild an, auf dem Hirsche mit ihrem Rudel einen lichten finnischen Birkenwald durchqueren. Der hohe Schnee steht den Tieren buchstäblich bis zum Hals und dennoch ziehen sie kraftvoll und in aller Ruhe ihres Weges. Ein Sinnbild für den Titel der Ausstellung, denn "wegwandern" bedeutet bei Prüß auch das immer wieder neue Verarbeiten von Lebensphasen, gewissermaßen das stetige Ansteigen des menschlichen Weges bis hin zum Altern und der damit verbundenen Endlichkeit. "Es gibt so vieles, was mich interessiert, was ich gerne künstlerisch bearbeiten möchte. Mich fasziniert die Vielfalt der Perspektiven, die wir Menschen einnehmen können, wie wir dabei aussehen, was uns umtreibt. Und ich versuche, die Stille des Lebens, die Ruhe und die Wege des Wanderns ebenso einzufangen wie seine Rasanz, die Freude und auch die Gefühlswelten, denen alle Menschen ausgesetzt sind."

Die Künstlerin, die Gruppen- und Einzelausstellungen in Deutschland, Frankreich und Kanada vorzuweisen hat, stellt in der Galerie "amschatzhaus" zudem ein weiteres Themenfeld vor. Die Welt der Bücher, deren Inhalte zu Skulpturen werden. So faltet Prüß alle Seiten alter Buchfundstücke akribisch und fächerartig zu halbrunden Objekten. Dem Talkstein, ursprünglich Werkstoff für kultische Gegenstände, der auch als wärmespeichernder Baustoff für Öfen erprobt ist, entlockt sie offene und geschlossene Buchplastiken, die die Möglichkeit zur Beantwortung eigener Fragen anbieten. Andere Steinskulpturen stellen Fragen: Ist der Kopf mit verbundenen Augen eine Traumsequenz, ein Spiel mit der Wirklichkeit, oder ist er ein Sinnbild des verletzten Menschen, der zwar blind, aber dennoch ein "Sehender" ist? Ist die Spirale des Lebens beängstigend oder der Weg in die Freiheit?

Info Hauptstraße 18, Vernissage Samstag, 25. November, 16.30 Uhr

Quelle: NGZ
 
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