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Serie Neusser Natur
So kunstvoll ist das grüne Herz der Stadt

Neuss. Der Historiker Christian Frommert führt im nächsten Teil der Tourenserie "Neusser Natur" am kommenden Sonntag unter anderem durch Stadtgarten, Rosengarten und Promenade. Dabei geht es insbesondere um die zahlreichen Kunstwerke.

Neuss (NGZ) Wo einst die mittelalterliche Stadtmauer stand, zieht sich heute ein Grünstreifen durch Neuss. Genannt: Die Promenade. Sie wurde im 19. Jahrhundert angelegt und bildet mit Rosengarten und Stadtgarten eine große Grünfläche im Stadtzentrum. Versehen sind die Anlagen mit vielen Kunstwerken. Dieses Zusammenspiel von Kunst und Grünanlage können Besucher bei der nächsten Führung der Reihe "Neusser Natur" erkunden.

Noch bis Oktober bieten Neuss Marketing und NGZ den Neussern mit der Tourenserie "Neusser Natur" die Möglichkeit, ihre Stadt unter ungewohnten Blickwinkeln zu entdecken. In diesem Jahr stehen Neusser Landschaften, Pflanzen und Naturphänomene im Mittelpunkt. Wichtiger Bestandteil der Erkundungen ist ein Fotowettbewerb. Die schönsten Schnappschüsse zeigt Neuss Marketing auf seiner Homepage.

Am kommenden Sonntag werden die Teilnehmer von Christian Frommert, Mitautor des Buches "Skulpturen in Neuss", angeleitet. Frommert spricht mit Blick auf die Parks von "künstlicher Natur". Schließlich seien die Grünanlagen nicht natürlich gewachsen, sondern durch Menschenhand angelegt. Die Promenade zwischen heutiger Alter Post und Obertor beispielsweise gestaltete Gartenarchitekt Matthias Weyhe im Jahr 1840. "Ziel war es, ein Landschaftsbild nach damaligen ästhetischen Vorstellungen zu schaffen", erklärt Frommert. Oftmals entstammen diese Vorstellungen der Landschaftsmalerei. Ein Bach, Hügel, Brunnen und Blumen waren da quasi Pflicht. Daher wurde der Verlauf des einstigen Wassergrabens an der Promenade weiter genutzt. Unter Gartendirektor Franz Kellermann entstand kurz vor dem Ersten Weltkrieg auch der Stadtgarten mit Teich, Restaurant und großer Wiese. "Den Stadtbewohnern sollte ein leicht erreichbares Erholungsgebiet geboten werden", sagt Frommert.

Seit Jahrhunderten ist es bei der Gestaltung von Parkanlagen üblich, diese mit Kunstwerken zu versehen. Ein Großteil der Kunstwerke im Radius der "Neusser Natur" wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg von Künstlern entworfen. Am Eingang zur Promenade am Obertor steht mit dem Stahlwürfel des Neusser Künstlers Josef Neuhaus ein echter Blickfang. Im Stadtgarten finden Besucher dann unter anderem die "Kraniche" von Günther Happekotte von 1964 oder den "Sitzenden Knaben" von Marga Groove aus dem Jahr 1963. "Kunstwerke sollen eine Verschönerung sein, damit die Menschen etwas zum Betrachten haben", sagt Frommert. Die Gestaltung sei dabei sehr vielfältig. Der Würfel von Neuhaus sei "schon sehr abstrakte Kunst", findet Frommert. Ganz im Gegensatz zu Grooves Skulptur. Beide erfüllten aber ihr Ziel: Erholung verschaffen, Verschönerung bieten.

Doch auch über die ästhetische Form und reine Erholung hinaus haben Stadtgarten, Rosengarten und Promenade eine wichtige Funktion. Es gibt ein Gutachten, das belegt, wie immens wichtig die Parks für das Klima in der Innenstadt sind. Das alles will Frommert den Teilnehmern zeigen.

Quelle: NGZ
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