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Neuss
So vielseitig ist die südliche Furth

Neuss: So vielseitig ist die südliche Furth
Die Entstehung der südlichen Furth begann als locker besiedelte und rein landwirtschaftlich orientierte Ortschaft. Der Wandel ist deutlich zu erkennen. FOTO: Brefort
Neuss. Im Rahmen der Touren-Serie "Neusser Kanten" laden Neuss Marketing und die NGZ für den kommenden Samstag zu einem Rundgang durch den Stadtbezirk im Neusser Norden ein. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Kolpingviertel.

Der im Kolpingviertel beheimatete Schauspieler und Regisseur Peter Dieter Schnitzler lässt als ausgewiesener Heimatkenner auch in diesem Jahr Interessierte an seinem Wissen über die südliche Furth teilhaben. Dabei beschränkt sich Schnitzler auf zwei Siedlungsgebiete östlich der Further Straße - der südlichen Furth. Er geht auf das mehr als 100 Jahre alte Kolpingviertel näher ein und auf das mit zahlreichen Preisen dotierte moderne Quartier auf dem ehemaligen Containergelände.

Die Entstehung der südlichen Furth begann als locker besiedelte und rein landwirtschaftlich orientierte Ortschaft. Zu Zeiten der Römer führte die alte Limesstraße von Neuss zur Furth. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts trug eine Zollhebestelle zur Entwicklung des Gebietes bei. Mit der Stadterweiterung von Neuss und dem wirtschaftlichen Schub durch Hafen und Bahn erlebte der Neusser Norden industriellen Aufschwung.

Die Geschichte des Kolpingviertels reicht rund 100 Jahre zurück. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft GWG dort die ersten Wohnhäuser für Bahn-Arbeiter, Vertriebene und kinderreiche Familien. Das Kolpingviertel war zunächst keine feine Adresse und wurde im Volksmund "Chinesenviertel" genannt. Eine in den 1980er Jahren von Land NRW bezuschusste Sanierung und Revitalisierung der Siedlung würdigt die städtebauliche Bedeutung für Neuss. Seit 1986 heißt das Dreieck zwischen Further, Römer- und Fesserstraße Kolpingviertel. Es gilt als Zeugnis des genossenschaftlichen Arbeiterwohnungsbaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Schnitzler belegt, dass eine Besichtigung des Geländes des ehemaligen Containerbahnhofs auf jeden Fall lohnenswert ist. Im April 2008 eröffnete Ursula von der Leyen, damals noch Familienministerin, auf dem rund 28.000 Quadratmeter großen Areal ein Mehrgenerationenhaus mit Kindertagesstätte und Demenzzentrum. Das Konzept des modernen Wohnquartiers mit dem Namen "Südliche Furth" sieht das Miteinanderleben von Jung und Alt, von Gesunden und Pflegebedürftigen unterschiedlicher Nationalitäten vor. Rund 600 Einwohner leben in 255 öffentlich geförderten Wohneinheiten. Das Vorzeigeobjekt des Neusser Bauvereins wurde mittlerweile mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bauherrenpreis und mit dem Landespreis für Architektur.

Schlusspunkt des Rundgangs wird ein Besuch des Gare du Neuss sein, wo die Gruppe von Kai Schlossmacher empfangen wird. Er gewährt den Teilnehmern Einblicke in den historischen Güterbahnhof, der heute Trödelmarkt, Café und Veranstaltungshalle in einem ist.

Dieser Stadtteilrundgang zwischen Hauptbahnhof und Berliner Platz war bereits im Jahr 2013 im Rahmen der Tourenserie "Neusser Kanten" ein gefragter Programmpunkt und wird nun im Rahmen der Best-of-Touren wiederholt. Bis Mitte Oktober laden Neuss Marketing und NGZ im Rahmen der Wiederholungsserie alle zwei Wochen zu lohnenswerten Touren ein.

Quelle: NGZ
 
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