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Neuss
Sozialer Dienst der Stadt klagt über Personalsorgen

Neuss. Die aktuelle personelle Situation im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) ist sehr angespannt. So steht es in einem aktuellen Sachstandsbericht der Verwaltung. Die Ursachen für die Probleme seien vielfältig. Beim ASD habe in den beiden vergangenen Jahren eine hohe Fluktuation stattgefunden. Generell klage der ASD auch über eine hohe Krankenquote. Die Zahl der Bewerber sei außerdem rückläufig, die Bewerbung von älteren, erfahreneren Sozialarbeitern die Ausnahme. "Zum einen können rückläufige Bewerberzahlen mit dem Fachkräftemangel in sozialer Arbeit erklärt werden. Zum anderen stellt der ASD mit dem Wächteramt im Kinderschutz eine hohe persönliche Belastung und Verantwortung dar", erklärt Miriam Hartig von der Stadt. Von Hendrik Gaasterland

Die Folge ist, dass in zahlreichen Fällen Mitarbeiter ihre Kollegen vertreten, sich über ein Aktenstudium informieren und eine Beziehung zum Klienten aufbauen müssen. Laut Sachstandsbericht führen der Mehraufwand und die insgesamt hohe psychische Belastung zu der angespannten Personalsituation - zumal zuletzt ein deutlicher Anstieg an Meldungen zur Kinderwohlgefährdung verzeichnet wurde und diesen unverzüglich nachzugehen ist. "Der Anstieg geht mit einer erhöhten Aufmerksamkeit und Sorge von Bürgern und auch Einrichtungen wie Kitas einher", sagt Hartig.

Sowohl von Seiten der Kooperationspartner des ASD, wie Schulen und Kitas, als auch von den Klienten wird vermehrt Kritik über den ständigen Wechsel der Ansprechpartner geäußert. Dieser führe zwangsläufig zu längeren Bearbeitungszeiten und einem Qualitätsverlust. Um dem entgegenzuwirken, besetzte der ASD die vakanten Stellen in der Regel mit neuen Mitarbeitern, doch müssen diese erst eine halbjährige Einarbeitungszeit durchlaufen, bevor sie eigene Bezirke übernehmen dürfen. Zusätzlich bindet die Einarbeitung wiederum Kapazitäten.

Wegen der hohen Belastungen für das Stammpersonal werden nun kurzfristig drei überplanmäßige Stellen im ADS eingerichtet, um neue Kräfte, bevor es zu Ausfällen kommt, einzuarbeiten. Zudem wird überprüft, in jedem ASD-Team eine Einarbeitungsstelle einzurichten.

Quelle: NGZ
 
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