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Neuss
Sparkassen-Spitze vor Generationswechsel

Neuss: Sparkassen-Spitze vor Generationswechsel
Seit 2010 führt dieses Quartett die Sparkasse: Vorstandsvorsitzender Michael Schmuck (2. v. r.) und die Kollegen (v. l.) Heinz Mölder, Volker Gärtner und Dietmar Mittelstädt legten zuletzt eine Bilanzsumme von 6,3 Milliarden Euro vor. FOTO: Lber
Neuss. Die Vorstände Heinz Mölder und Dietmar Mittelstädt gehen 2017 voraussichtlich in Ruhestand. VorstandsvorsitzenderMichael Schmuck sieht seinem letzten Fünf-Jahres-Vertrag entgegen. Ein Mittelstädt-Nachfolger wird wohl nicht bestellt. Von Ludger Baten

Der vierköpfige Vorstand, der seit 2010 die Sparkasse Neuss lenkt, steht in dieser Personalkonstellation in seinem letzten kompletten Geschäftsjahr. Die Spitzenmanager Heinz Mölder (61) und Dietmar Mittelstädt (61) gehen, wenn ihre Verträge im kommenden Jahr auslaufen, voraussichtlich in den Ruhestand. Somit muss das öffentlich-rechtliche Kreditinstitut einen Generationswechsel in seinem Führungsgremium vorbereiten.

Vorstandschef Michael Schmuck (59) steht vor einer Verlängerung seines Vertrages, wird aber am Ende der fünfjährigen Laufzeit dann auch 65 Jahre alt sein. Sein Kollege Volker Gärtner, gut zwei Jahre jünger als Schmuck, steht ebenfalls vor einem neuen Fünf-Jahres-Vertrag. Konsensfähig scheint, dass ein Nachfolger für Mölder bestellt wird. Über die Ausschreibung werden die Gremien im zweiten Quartal 2016 beraten. Es spricht viel dafür, dass die Position, die Dietmar Mittelstädt als stellvertretendes Vorstandsmitglied innehat, eingespart wird.

Im Juli muss die Zweckverbandsversammlung die Personalien bestätigen; die Weichenstellung erfolgte bereits jetzt im Hauptausschuss, der Personalentscheidungen im Hause der Sparkasse vorbereitet. Es erging eine einstimmige Empfehlung an den Verwaltungsrat, der Montag (7. März) tagt, die Verträge der Vorstände Schmuck und Gärtner, die Ende 2016 auslaufen, um weitere fünf Jahre zu verlängern. "Wir setzen auf Kontinuität", bestätigt Reiner Breuer, der als Bürgermeister Vorsitzender des Verwaltungsrates ist. Es sei gut, wenn Michael Schmuck und Volker Gärtner ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen werden. Sollte es so kommen, dass Heinz Mölder und Dietmar Mittelstädt ausscheiden, werde rechtzeitig in den Sparkassen-Gremien das Verfahren besprochen, "wie wir den Vorstand wieder komplettieren".

Das Quartett Schmuck, Gärtner, Mölder, Mittelstädt führt das Finanzhaus erfolgreich. Gleichwohl diktieren Digitalisierung, geringe Zinsmargen und (rechtliche) Rahmenbedingungen ein Kostenmanagement. Experten erwarten, dass in den kommenden fünf Jahren rund zehn Prozent der mehr als tausend Arbeitsplätze wegfallen werden. Vor diesem Hintergrund waren anfänglich Stimmen laut geworden, auf Nachfolger für Mölder und Mittelstädt zu verzichten. Doch die Idee von einem Vorstand-Duo scheint vom Tisch. Die Neusser Sparkasse sei mit einer Bilanzsumme von 6,3 Millionen Euro zu groß, sagen die einen. Die rechtlichen Auflagen ließen einen Zwei-Mann-Vorstand kaum zu, sagen die anderen.

Für Insider macht die Ausschreibung der Mölder-Nachfolge auch aus einem anderen Grund Sinn: Der Neue könnte sich derart bewähren, dass er Anfang 2022 Schmuck als Vorstandsvorsitzender folgt. Ob die neue Kraft extern gesucht wird oder ob Manager der zweiten Sparkassen-Führungsebene eine Chance haben, scheint offen. Richtig ist, dass rein theoretisch die Kompetenz im Hause in Person der gesetzlich vorgeschriebenen Verhinderungsvertreter vorhanden ist.

Als gesichert sehen Beobachter an, dass es nach dem Abschied von Dietmar Mittelstädt keinen neuen stellvertretenden Vorstand mehr geben wird. Die Position werde eingespart, so heißt es. Die Sparkasse bereitet den Generationswechsel vor; aber am Freitag (11. März) wird wieder über Zahlen gesprochen. Dann ist Bilanzpressekonferenz.

Quelle: NGZ
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