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Neuss
SPD-Landtagskandidat testet Barrierefreiheit in Neuss

Neuss. Vorsichtig setzt Arno Jansen einen Fuß vor den anderen, den Blick dabei stets auf den Boden gerichtet. Dann ein langsamer, großer Schritt - und der Bus ist erreicht. "Mehrmals in der Woche rufen mich Bürger an und beschweren sich über Schwierigkeiten beim Ein- und Aussteigen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln", erzählt er. Aus diesem Grund hat der SPD-Landtagskandidat sich für einen Selbstversuch 40 Jahre älter machen lassen - mit einem 20 Kilogramm schweren Anzug, der durch Gewichte an Bauch, Rücken, Händen, Füßen, Ellenbogen und Knien die Mobilität einschränkt und die Lage eines 80-Jährigen simulieren soll. Außerdem erschweren Brille, Halskrause und Ohrenschützer die Wahrnehmung der Umgebung. Von Merlin Bartel

Was im Alltag für viele zur Routine gehört, wird für ältere und körperlich beeinträchtigte Menschen zur täglichen Herausforderung. Das bemerkt auch der 43-Jährige nach kurzer Zeit: "Das Gehen ist deutlich anstrengender", sagt er. "Jeder hohe Bürgersteig und der Fahrplan sind eine Hürde." An der Stadthalle wird der Ausstieg zum Problem: "Ich musste mich mit beiden Händen festhalten, sonst wäre ich beim Anfahren oder Bremsen hingefallen", sagt der Politiker. "Durch den Versuch kann ich ältere Menschen besser verstehen. Umso wichtiger ist es, dass wir im gesamten Stadtgebiet Barrierefreiheit schaffen."

Die Forderung nach barrierefreien Haltestellen sorgt bereits seit längerem für Diskussionen in der Politik. Bis 2022 soll laut einem Beschluss vollständige Barrierefreiheit im Nahverkehr erzielt und damit die UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt werden.

Quelle: NGZ
 
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