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Neuss
SPD wünscht Patenschaften für jugendliche Flüchtlinge

Neuss. Nach der CDU hat jetzt auch die SPD die Notwendigkeit erkannt, das Thema Flüchtlinge ressortübergreifend zu bearbeiten. Aber anders als die Union, die ihre 20-köpfige Projektgruppe Flüchtlinge bei der Partei angesiedelt hat, platziert die SPD das Thema direkt in der Ratsfraktion, sozusagen der operativen Abteilung. Dazu brachten jetzt die Stadtverordneten Hakan Temel und Karlheinz Kullick, die für die Sozial- und Integrationspolitik zuständig sind, nicht nur unterschiedliche Fachpolitiker aus der Fraktion an einen Tisch, sondern auch Experten aus Verwaltung und Verbänden. Ein zentrales Thema: die Betreuung jugendlicher Flüchtlinge, die alleine reisen.

Mitinitiator Temel will mit dem Arbeitskreis ein Netzwerk schaffen, in dem alle Anstrengungen rund um Betreuung und dauerhafte Unterbringung von Flüchtlingen organisiert werden können. Damit Initiativen der SPD zielgerichtet angelegt werden. "Von besonderer Bedeutung ist für uns die Vernetzung der Bereiche Soziales und Schule auch innerhalb der Stadtverwaltung", ergänzen Kullick und Gisela Hohlmann, die im Sozial- beziehungsweise Schulausschuss des Rates den Vorsitz haben. Mindestens genauso wichtig ist aber das Thema Unterbringung. Neben eigenen Anstrengungen zur Schaffung preiswerten Wohnraums hat die SPD aber auch den Kreis im Blick, der dringend seinen grundsicherungsrelevanten Mietspiegel anpassen müsse. Was die Kreisverwaltung als angemessene Mieten für Bezieher von Wohngeld akzeptiert und erstattet, liegt nämlich in weiten Teilen unter dem, was in Neuss verlangt wird. Im Rat und im Kreistag sollen entsprechende Anträge gestellt werden.

Last but not least wandte die Runde ihren Blick den jugendlichen Flüchtlingen zu. Um die kümmert sich nicht zuletzt die evangelische Jugend- und Familienhilfe in Kaarst, die, wie man dem Geschäftsführer Detlef Wiecha gerne bescheinigte, im Verbund mit Jugend- und Sozialämtern hervorragende Arbeit leiste. "Ähnlich wie in Viersen praktiziert, wollen wir auch in Neuss die Basis für einen Ring ehrenamtlicher Patenschaften für diese Flüchtlinge ermöglichen, sagt Temel. Snezana Doroski, die im Arbeitskreis für das Sozialunternehmen European Homecare als Betreiber der Einrichtung im alten "Alexius" sprach, sprach dafür ihren Dank aus.

(-nau)
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