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Neuss
"Special Olympics werden ein großes Fest"

Neuss. Vom 10. bis 12. Juli werden in Neuss mehr als 1000 Athleten in zwölf Sportarten bei den Special Olympics NRW antreten. Auf dem blauen NGZ-Sofa lobte der Landesverbandsvorsitzende Gerhard Stiens den Austragungsort in höchsten Tönen. Von Simon Janssen

Normalerweise muss NGZ-Redaktionsleiter Ludger Baten seine Gäste auf dem blauen Sofa ob ihres Bekanntheitsgrades in Neuss und darüber hinaus nicht mehr vorstellen. Bei der jüngsten Veranstaltung im Restaurant Essenz, Gesellschaftshaus der Bürgergesellschaft, war das jedoch anders. Denn diesmal ging es weniger um eine einzelne Person als um eine Veranstaltung, für die aktuell ordentlich die Werbetrommel gerührt wird.

Zu Gast war Gerhard Stiens, Vorsitzender der Special Olympics NRW. Vom 10. bis 12. Juli werden mehr als 1000 behinderte Athleten in zwölf Sportarten in der Quirinus-Stadt an den Landesspielen teilnehmen. Weitere 1000 auswärtige Gäste werden erwartet, die als Trainer, Betreuer und Helfer tätig sein werden. Stiens wurde nicht müde zu betonen, dass das Turnier keine Insider-Veranstaltung werden soll, sondern ein "großes, buntes Fest" für alle Bürger aus Neuss und umliegenden Städten.

Der Vorsitzende machte deutlich, dass die Landesspiele der Special Olympics und die Quirinus-Stadt alles andere als eine Zweckehe seien: "Da ist zusammengekommen, was zusammengehört. Neuss bietet als Austragungsort hervorragende Kriterien." Das liege nicht nur an den guten Kontakten zur Stadtverwaltung und an der logistischen Unterstützung durch die Stadtwerke, sondern auch an der Größe und Struktur von Neuss. Der Bereich um das Schulzentrum im Süden der Stadt soll das Herzstück der Spiele bilden. Dort werden unter anderem die Sportarten Tennis (Tennisclub Grün-Weiß Neuss) und Leichtathletik (Ludwig-Wolker-Sportanlage) ausgetragen. Die Elmar-Frings-Sporthalle, die Turnhallen der Maximilian-Kolbe-Schule, des Humboldt-Gymnasiums, der Nixhof und die Golfanlage Hummelbachauewerden unter anderem ebenfalls für die Landesspiele zur Verfügung stehen.

Obwohl das Wort "Special" suggeriert, dass es sich bei dem Turnier um eines mit besonderen Teilnehmern handelt, betonte Stiens, dass die Sportler zwar auf verschiedene Arten beeinträchtigt, aber eben auch Athleten wie jede andere seien. Mit Ehrgeiz, Eifer - und Teamgedanken. "Zudem sind sie begeisterungsfähiger und der Fair-Play-Gedanke steht mehr im Vordergrund als bei anderen Turnieren", sagte Stiens. Dopingkontrollen gebe es jedoch keine. Und auch Rekordlisten würden nicht geführt.

Mit dem Thema Geld geht Stiens transparent um. Er verriet nicht nur, dass die Umsetzung des Turniers in Neuss rund 150.000 Euro kostet, sondern auch, wie sich der Verband finanziert. Nämlich über Sponsoren, Mitgliedsbeiträge und Startgelder. Zudem gibt es Unterstützung vom Land und für bestimmte Anlässe Hilfe von Behindertenorganisationen. "Wir jammern nicht", sagte Stiens schmunzelnd.

Handlungsbedarf sieht der Vorsitzende jedoch bei der öffentlichen Wahrnehmung der Special Olympics. "In anderen Ländern ist das Turnier wesentlich bekannter als in Deutschland. Daran müssen wir arbeiten." Um den Einstieg für die Neusser in den Behindertensport niederschwellig zu halten, werden alle Sportveranstaltungen kostenfrei zugänglich sein. Die große Eröffnungsfeier findet am Montag, 10. Juli, ab 18.30 Uhr in der Eishalle statt. Als Schirmherrin konnte Christina Kampmann, ehemalige Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, und Kultur und Sport des Landes NRW gewonnen werden. Als Gesicht des Turniers fungiert Fortuna-Düsseldorf-Trainer und Neusser Friedhelm Funkel.

Quelle: NGZ
 
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