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Neuss
Spielmobil besucht Flüchtlingskinder

Neuss. Kinderschutzbund macht sich für ein regelmäßiges Betreuungsangebot stark. Von Bärbel Broer

Etwa 400 minderjährige Flüchtlinge leben derzeit in Neuss. Für die Drei- bis Zwölfjährigen unter ihnen wird das Neusser Spielmobil künftig auch gezielt Flüchtlingsunterkünfte ansteuern, um den Kindern Spiel und Spaß zu ermöglichen. "Der Kinderschutzbund Neuss, der seit dem Jahr 2010 Träger des Spielmobils ist, hatte sich angeboten, auf die Bedürfnisse der Flüchtlingskinder zu reagieren", so Sozialdezernent Stefan Hahn. Die Stadt habe den Vorschlag gerne aufgenommen und unterstützt ihn mit 20 000 Euro zusätzlich für das Jahr 2016, anteilig entsprechend für das laufende Jahr.

Derzeit steuert das Spielmobil dreimal pro Woche in der Zeit von 14.30 bis 17.30 Uhr unterschiedliche Orte in Neuss an. Eine Sozialpädagogin, zwölf Honorarkräfte und drei Ehrenamtler begleiten das "mobile Kinderzimmer". "Jetzt planen wir, an fünf Tagen in der Woche das Spielmobil einzusetzen", erklärt Rosemarie Steinhoff, die gemeinsam mit Hildegard Cunrady Vorsitzende des Kinderschutzbundes (KSB) Neuss ist. Ein- bis zweimal pro Woche werde es zusätzlich Flüchtlingsunterkünfte anfahren.

"Kinder haben ein Recht auf Spiel und Freizeit. Dies ist auch in der UN-Konvention für Kinderrechte im vierten Paragraphen festgelegt", so Steinhoff. Daher wolle der Kinderschutzbund auch Flüchtlingskindern ein wenig Normalität in ihrem Alltag ermöglichen.

In den vergangenen Wochen hätten die Mitarbeiter des Spielmobils erfahren, wie ausgehungert insbesondere die Flüchtlingskinder nach Spiel und Spaß seien. Die Angebote - von Co-Kart-ähnlichen Funcars über Bälle bis hin zu Stelzen - "saugen die Kinder wie ein Schwamm auf", beschreibt Steinhoff.

Die Einsätze des Spielmobils seien auch im Hinblick auf die präventive Jugendhilfe von Vorteil: "Wir haben unser Ohr auf der Straße", sagt Ann Christin Kaup, Abteilungsleiterin beim Jugendamt. Bereits seit Jahren leiste das Spielmobil diese Form der Unterstützung. "Auf dem kurzen Weg erfahren wir mehr über aktuelle Themen der Kinder, aber auch über konkrete Bedürfnisse", so Kaup. Gleichzeitig werde den Familien niederschwellige Unterstützung angeboten. "Denn wir arbeiten in enger Kooperation mit dem Jugendamt", bestätigt Cunrady.

Bereits in den 1990er Jahren hat das Spielmobil Kindern in den Flüchtlingsheimen der Stadt Neuss etwas unbeschwerte Zeit ermöglicht. Sachspenden würden derzeit nicht benötigt, so Hahn. "Aber Geldspenden für den KSB wären eine sinnvolle und schnelle Hilfe."

Quelle: NGZ
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