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Neuss
Spitzenkandidat macht Straßenwahlkampf in Neuss

Neuss. Im Endspurt zur Landtagswahl unterstützt Amin Laschet mit einem öffentlichen Bürgertalk die CDU im Rhein-Kreis. Von Christoph Kleinau

Armin Laschet hat die Stadt besucht - und jeder konnte es gestern Abend merken. Denn der Spitzenkandidat der CDU in Nordrhein-Westfalen und seine Neusser Gastgeber entschieden sich gegen eine Kundgebung in einem Saal und für den Straßenwahlkampf. In Endspurt zur morgigen Landtagswahl suchte Laschet vor dem Rathaus das Gespräch mit den Bürgern.

Bei seinem Besuch hatte Laschet einen besonderen Glücksbringer dabei: Daniel Günther, den Sieger der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am vergangenen Wochenende und möglichen nächsten Ministerpräsidenten des Landes zwischen Nord- und Ostsee. Die Botschaft: Auch wenn man in Umfragen hinten liegt - "Wenn man sich unterhakt und kämpft, kann man starke Ergebnisse erzielen", sagt Günther. Das kam an bei den mindestens 200 Zuhörern vor dem Rathaus gut an.

Als der Bus mit Laschets rollender Wahlkampfzentrale auf den Markt rollte, stand viel CDU-Prominenz Spalier. Allen voran der Neusser Kandidat Jörg Geerlings mit seiner Frau Marie-Florence. "Der hat eine echte Ochsentour gemacht", sagt Jürgen Brautmeier anerkennend zu Geerlings Wahlkampf und vor allem zu der so genannten "Zuhörtour", auf die sogar die Frankfurter Allgemeine aufmerksam geworden war. Die Ergebnisse würden ein "Zuhörbuch" füllen, sagte Wahlkampfmanager Brautmeister und erntete für die Bemerkung einen Lacher: "Jörg denkt sogar daran, es zu verfilmen."

Brautmeister übernahm gestern kurz die Moderation, bevor sich der Bürgertalk in Einzelgespräche der Kandidaten mit Fragestellern auflöste - selbst wenn viele nur einen Fotowunsch vortrugen. Auch Heike Troles, Kandidatin der Union in Grevenbroich, Dormagen und Rommerskirchen, sowie Lutz Lienenkämper, der Abgeordnete für den Nord-Kreis, stellten sich.

"Ein Landtag in NRW ohne einen CDU-Abgeordneten aus Neuss ist nicht vorstellbar", sagte Laschet. Er hoffe, dass sich das am Sonntag ändert. Zumindest Herbert Napp ist davon überzeugt: Geerlings schaffe das "im Handgalopp - und mit deutlichem Vorsprung", sagte der Altbürgermeister. "Ich denke nicht, dass sich der Unfall von 2012 wiederholt." Damals hatte Geerlings das Direktmandat mit nur 274 Stimmen Differenz an den SPD-Herausforderer Reiner Breuer verloren.

Die Öffentlichkeit nutzte eine Gruppe der Jusos für einen albernen Scherz, den bestenfalls Insider verstanden: Sie übergaben Laschet einen nachgemachten Gutschein für die Saunalandschaft Wellneuss.

Quelle: NGZ
 
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