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Neuss
Sportler in Allerheiligen nutzen Fabrikhalle

Neuss. Der SV Rosellen räumt heute die Dreifachturnhalle in Allerheiligen aus. Ab 9 Uhr ist dazu jede Hilfe willkommen, denn es sind ganze Lastwagenladungen an Sportgeräten und Trainingsmaterialien wegzuschaffen. Ab dem 10. Dezember sollen in der Halle 300 Flüchtlinge untergebracht werden. Die Arbeit dürfte den Sportlern aber leichter von der Hand gehen als noch vor Tagen gedacht. Denn gleich nebenan, in den Hallen der ehemaligen Fabrik "Elek", wurden dem Verein Flächen zur sportlichen Nutzung zur Verfügung gestellt. Weil auch aus Grefrath, Norf und Weckhoven dem SVR Trainingszeiten angeboten wurden und dieser den Jugendraum der Bezirkssportanlage Rosellen sportlich nutzen darf, trifft die Belegung der Dreifachturnhalle den Verein weniger stark als befürchtet.

Uwe Talke, Sportreferent der Stadt, spricht von fast 90 Prozent der Kurse, die nun doch weiter angeboten werden können. Ähnlich zufrieden äußert sich auch Thomas Klaudat in einem Brief an die gut 2800 Mitglieder der Freizeitabteilung des Vereins. Darin kündigt er an, dass der Sportbetrieb am 7. Dezember wieder beginnen kann.

Vor dem Hintergrund, dass möglicherweise auch in Zukunft Turnhallen als Notunterkunft für Flüchtlinge zweckentfremdet werden müssen, hat der Sportausschuss auf Antrag der schwarz-grünen Koalition die Verwaltung beauftragt, ab Januar probeweise Turnhallen samstags für Trainingseinheiten zu öffnen. "Die Hallensituation ist auch ohne Flüchtlinge prekär", sagte Schäfer. Dieser Probebetrieb wurde sogar noch auf das Lehrschwimmbecken im Konradbad ausgeweitet.

Volker Bäumken, Vorsitzender des SV Rosellen, jubelte trotz der Übergangslösungen verhalten. Für Sportarten wie Volley- und Basketball wurde keine Lösung gefunden. Ob in den "Elek"-Hallen mehr möglich ist als Gymnastik sei noch zu prüfen. "Wir können unglücklich damit leben", sagt Bäumken. Unglücklich auch deshalb, weil etliche Mitglieder angesichts der Lage ihre Mitgliedschaft gekündigt haben.

(-nau)
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