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Neuss
Sportvereine solidarisieren sich mit Flüchtlingen

Neuss: Sportvereine solidarisieren sich mit Flüchtlingen
Moritz Pickardt will mit Flüchtlingen in Weißenberg Fußball spielen. FOTO: woi
Neuss. Der Stadtsportverband hat sich mit einem Aufruf zu solidarischem Handeln an alle Neusser Sportvereine gewandt. Anlass dazu bot die Tatsache, dass ab dem 1. Dezember mit der Dreifachturnhalle Allerheiligen eine Sporthalle zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden muss. "Erstmals", wie Wilhelm Fuchs als Vorsitzender des Stadtsportverbandes betont. Von Christoph Kleinau

Die Reaktionen blieben nicht aus. Diese zeitlich begrenzten Probleme seien lösbar, sagte Volker Bäumken, der Vorsitzende des besonders betroffenen SV Rosellen. Weit mehr als die Hälfte der Angebote dieses Vereins finden in der Dreifach-Turnhalle statt. Auch Hermann-Josef Baaken vom benachbarten TSV Norf stellt klar: "Wir müssen jetzt zusammen stehen und uns unter Sportlern helfen." Die Flüchtlinge brauchten eine warme Unterkunft, aber die Vereine müssten auch ihre Pflicht weiter wahrnehmen, Menschen jeglichen Alters und ohne Ansehen der Herkunft sportlich zu betreuen. "Sport ist die beste Form der Integration", sagt Baaken.

Der Überzeugung ist man bei der SVG Weißenberg ebenfalls. "Wir werden, sobald die Notunterkunft am Nordparkbad bezogen wurde, den Bewohnern ein kostenloses Fußballtraining anbieten", betont Club-Präsident Hans-Josef Holtappels. Damit, so ergänzt er, werden die Flüchtlinge und deren Kinder aus dieser wie auch aus zwei weiteren (geplanten) Notunterkünften im Einzugsbereich der Sportanlage beschäftigt und eingebunden.

Der Anstoß dazu kam von Andreas Bonnen, der auf der Hubert-Schäfter-Sportanlage des Vereins die jüngsten Fußballer betreut. Er hatte mit seinem Co-Trainer Moritz Pickhardt auch schnell einen Übungsleiter gefunden. Der wird - unterstützt von einem Dollmetscher - freitags um 14 und 15.30 Uhr zwei Trainingstermine anbieten.

Der 19-Jährige hat selbst alle Altersstufen des Vereins durchlaufen und studiert aktuell in Dortmund, kann sich den Freitag daher "freischaufeln". Die Flüchtlingskinder sollen bei ihm Spaß haben, sagt er. Die Werbeplakate, die in den Unterkünften ausgehängt werden sollen, hat er fertig, das Angebot ist mit der Stadt abgesprochen. Nun soll noch eine Spendenaktion im Verein gestartet werden, damit die Gastkicker auch ausgerüstet werden können.

Quelle: NGZ
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