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Kinderspielplätze in Neuss
Stadt bestellt, Bauträger zahlt

Kinderspielplätze in Neuss: Stadt bestellt, Bauträger zahlt
Den Spielplatz im neuen Wohnquartier südliche Furth hat der Neusser Bauverein angelegt und auch bezahlt. FOTO: Andreas Woitschützke
Kinderspielplätze in Neuss. Nicht immer muss die Stadt ihren Haushalt belasten, um Kinderspielplätze anzulegen. Wenn BauträgerWohngebiete entwickeln, sind sie verpflichtet, Spielplätze zu berücksichtigen – und zu bezahlen. Von Klaus D. Schumilas

Die Verantwortung über die 241 Kinderspiel- und Bolzplätze in der Stadt liegt bei Jugend- und Grünflächenamt. Doch wenn es um die Neuanlage geht, dann tritt die Stadt gerne in die zweite Reihe zurück – aus finanziellen Gründen. Denn immer wieder sind es Private, die sich um den Bau kümmern und ihn bezahlen.

Um welche Summen es dabei geht, zeigen zwei Beispiele: Ab Sommer wird im Neubaugebiet Allerheiligen an der Rankestraße ein Kinderspielplatz unter dem Thema "Römerturm" entstehen. Das 1400 Quadratmeter große Areal ist für Klein- und Schulkinder gedacht. Rund 120 Familien mit Kindern wohnen schon dort und freuen sich auf die neue Spielmöglichkeit. Kostenpunkt: rund 154.000 Euro.

Weniger als halb so groß wird der neue Spielplatz sein, der in dem kleinen Baugebiet an der Vossenackerstraße (Nähe Jülicher Straße) entstehen wird. Dort kostet die Anlage etwa 93.000 Euro. Zwei Beispiele, bei denen die Stadt die Investitionskosten spart. Der Spielplatz in Allerheiligen gehört zur Entwicklungsmaßnahme der Landesentwicklungsgfesellschaft (LEG). Das Baugebiet A ist schon lange fertig, zurzeit geht es um die Vermarktung von Grundstücken im Baugebiet B. Der Investor wird denn auch den "Römerturm"-Spielplatz anlegen lassen und die Kosten tragen.

Rudolf Westermann, Abteilungsleiter des Bereiches Unterhaltung im Grünflächenamt, erklärt das Prinzip: "In Baugebieten wird dem Investor in der Regel auferlegt, auch einen oder mehrere Spielplätze zu berücksichtigen. Es gibt die Möglichkeit, die mit einem Durchführungs- oder eines Finanzierungsvertrages zu regeln." Beim Durchführungsvertrag muss der Bauträger alles selbst machen und den Kinderspielplatz "schlüsselfertig" der Stadt übergeben.

Beim Finanzierungsvertrag gibt der Investor das Geld und die Stadt baut den Spielplatz. Die Rankestraße gilt als ein gelungenes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Bauträger. Die schönsten Anlagen sind nach Meinung von Westermann diejenigen, die zusammen von Kinderbüro, Grünflächenamt sowie den Kindern und Eltern vor Ort geplant wurden. Im Baugebiet Allerheiligen A wurden damals gleich vier Spielplätze vom Investor angelegt, weitere Beispiele sind die Wohngebiete Meertal, südliche Furth und Am Steinacker.

Nicht immer klappt es reibungslos: An der Vossenacker Straße im Dreikönigenviertel sollte der Spielplatz entsprechend des Baufortschritts bereits vergangenes Jahr fertig sein. Der Investor will aber den per Vertrag eingeräumten Zeitrahmen bis 2012 ausschöpfen und die Kinder müssen daher warten.

Quelle: NGZ
 
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