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Neuss
Stadt bietet Alternative zu Google Maps

Neuss: Stadt bietet Alternative zu Google Maps
Es gibt den klassischen Stadtplan...
Neuss. Stadtpläne von Neuss können kostenfrei und legal im Internet heruntergeladen werden. Die private und gewerbliche Weiterverwendung des Kartenmaterials ist ausdrücklich erlaubt. Der Regionalverband Ruhr ist Kooperationspartner. Von Andreas Buchbauer

Die Stadt Neuss beteiligt sich an einem Angebot, das Google Maps und Google Earth in dieser Form nicht bieten. Ab sofort können Bürger Stadtpläne der Quirinusstadt legal aus dem Internet herunterladen und kostenfrei weiterverwenden - zum Beispiel auf eigenen Internetseiten, in Apps oder auf klassischen Druckerzeugnissen. Auch Luftbilder sind verfügbar. "Die Nutzung ist sowohl privat als auch gewerblich erlaubt - einzige Bedingung ist, die Quelle gemäß der ,Lizenz CC BY 4.0' anzugeben", betont Karl-Heinz Goossens, Abteilungsleiter Liegenschaften und Vermessungen. "CC" steht für "Creative Commons" und bedeutet, dass der Öffentlichkeit Nutzungsrechte eingeräumt werden. Die Details zur Nutzung werden auf den Internetseiten www.auf-karte.de beziehungsweise geoshop.metropoleruhr.de genannt.

Dort kann das Kartenmaterial auch angefordert werden. Neuss bietet das Material neben 70 weiteren Städten, Kreisen und Verbänden unter dem Titel "Offenes Stadtplanwerk" an. Kooperationspartner ist der Regionalverband Ruhr. Die Kosten für die Stadt sind dabei laut Goossens gleich Null. "Die Daten sind ja vorhanden und werden ständig aktualisiert. Es sind keine Mehrkosten entstanden", sagt er. Der Regionalverband stellt die Daten in unterschiedlichen Maßstäben und grafischen Varianten - zum Beispiel als farbigen Stadtplan oder als farbreduzierte Übersichtskarte - bereit.

Die Pläne lassen sich auch farblich unterschiedlich gestalten.

Die Frage ist jedoch, wie häufig ein solches Angebot angesichts der Übermacht von Google Maps, Google Earth und ähnlichen Diensten überhaupt genutzt wird. Zum Nachschlagen sind diese oft einfacher zu bedienen als das Stadtplanwerk. Karl-Heinz Goossens ist vom Interesse der Bürger dennoch überzeugt. Zum einen verweist auf die Zugriffszahlen, die beim städtischen Angebot "Cityguide" registriert werden. "Monatlich hat unser Cityguide 14.000 bis 16.000 Besucher", sagt Goossens. Neben anderen Angeboten werde dort auch das Kartenmaterial rege eingesehen. "Zumal unsere Daten aktueller sind als bei Google & Co.", betont Goossens. Denn anders als dort pflegt die Stadt neue Straßennamen umgehend ein. "Aktuelle Karten sind für unsere Sicherheitsbehörden, Feuerwehr und Rettungsdienst enorm wichtig", erklärt Karl-Heinz Goossens. Zuletzt wurden zum Beispiel Straßennamen des Neubaugebiets in Holzheim hinzugefügt. Alle zwei Jahre werden zudem neue Luftaufnahmen von Neuss angefertigt. "Das macht ein Flug-Team in unserem Auftrag", sagt Goossens. Das koste zwar rund 10.000 Euro, hält den Bestand aber aktuell.

Google hingegen lässt die Regionen nicht überfliegen, sondern setzt auf Satellitenbilder von verschiedenen Diensten. "Das Durchschnittsalter der Aufnahmen liegt bei einem bis drei Jahren", lässt das Unternehmen über eine Agentur mitteilen. "Das Material wird über einen gewissen Zeitraum zusammengetragen und liefert naturgemäß keine ,Echtzeit'-Eindrücke." Mitunter sind die Aufnahmen bei Google daher auch deutlich älter als drei Jahre.

... und eine grobe Übersichtskarte.
Quelle: NGZ
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