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Neuss
Stadttasche statt Plastiktüte

Neuss. Die Gruppe "Transition Town" startet mit Recycling-Produkt neues Leihsystem.

Eine Alternative zur Plastiktüte heißt Stadttasche. Zumindest hat die Initiative "Transition Town", ein Forum der Neuss Agenda 21, ihr Recycling-Produkt so genannt, das über das Bücherhaus am Münster in Neuss eingeführt werden soll. Dort wurde die Idee zu diesem neuen und ökologischen System von Geschäftsführerin Dorothea Gravemann mit "ausgebrütet" und um einen sozialen Aspekt erweitert: Pfandgeld, das nicht wieder ausgelöst wird, soll der Bürgerstiftung Neuss (BüNe) zur Verfügung gestellt werden.

Die Bereitschaft, den Verbrauch von Plastiktüten einzudämmen, ist beim Neusser Einzelhandel groß. Viele Unternehmen unterstützen seit einigen Monaten die Selbstverpflichtung, die vom Handelsverband Deutschland (HDE) angestoßen wurde, und verzichten weitgehend auf Plastiktüten - von denen alleine in Neuss 11,3 Millionen Stück im Jahr ausgegeben wurden. Wer nach einer Tüte verlangt, muss inzwischen meist dafür bezahlen. Viele Händler bieten aber auch Alternativen an. Bei Gravemann ist das eine Fleece-Tasche, die mehrfach genutzt werden kann, aber einen Euro kostet.

Die Stadttasche dagegen ist kostenlos. Von Mitgliedern der Gruppe "Transition Town" um Rita Dunker-Kauhausen aus robusten Stoffresten wie Markisenstoffen zusammengenäht, wird sie aber auch nur ausgeliehen. Dafür sind fünf Euro Pfand zu hinterlegen. "Kommt die Tasche zurück, gibt es das Pfandgeld zurück", sagt Dunker-Kauhausen. Sollte die Tasche aber so gut gefallen, dass der Abschied schwer fällt, könne man sie natürlich auch behalten. Der Pfandbetrag geht dann an die BüNe - und zwar in voller Höhe, wie Gravemann betont, die den Praxistest mit 30 Taschen startet. Möglich ist das nur, weil die Taschen in ehrenamtlicher Arbeit genäht werden - und der Rohstoff nichts kostet.

(-nau)
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